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Felix Czeike - DUMONT KUNST REISEFÜHRER Wien
Buchinformation
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Czeike, Felix:
DUMONT KUNST
REISEFÜHRER Wien

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(Bücher frei Haus)

Die österreichische Hauptstadt wird oft für die Vielfalt ihrer Kulturen, die bis heute die Stadt prägen, gelobt und so heißt auch das erste Kapitel in Felix Czeikes 2011 neu herausgegebenem DuMont Kunst Reiseführer Wien „Schmelztiegel der Kulturen“. Begünstigt durch seine geographische Lage machten in Wien nicht nur die Kelten und Römer, sondern auch vielen andere Völker Station. Im 12. Jahrhundert wurde Wien als civitas zum Mittelpunkt der babenbergischen Grenzmark des Reichs und Sitz des Herzogs, im 13. Jahrhundert das Ziel asiatischer Völker, dann unter Böhmenkönig Ottokar II. Zentrum eines sich konsolidierenden böhmisch-mährischen-österreichischen Sattes und schließlich ab 1278 zur Residenz der Habsburger. „Dieses Land und diese Stadt“, schreibt Czeike im Vorwort, „hatten kaum jemals bodenständige Herren. (…) So kamen Angehörige immer neuer Nationen nach Wien. (…) Das Gewirr fremder Sprachen gehörte zum Wesen der Stadt, ohne dass sie dabei ihre Eigenart in Frage gestellt hätte.“
Weitere Daten zur Geschichte und eine Galerie bedeutender Persönlichkeiten ergänzen die interessant geschriebene Einführung des Herausgebers. Danach folgen die Rundgänge durch Wien, die natürlich nicht nur durch den ersten Bezirk führen, der bis in die Mitte des 19. Jahrhundert die eigentliche Stadt ausmachte, sondern auch auf die Spuren bekannter Komponisten wie Franz Schubert, Ludwig van Beethoven oder Wolfgang Amadeus von Mozart. Von den äußeren Bezirken wird nicht nur Schönbrunn und Zentralfriedhof sowie die Heurigengebiete im Norden der Stadt besucht, sondern auch Klosterneuburg und der Wiener Wald. Im letzten Kapitel werden noch einige Reiseinformationen von A bis Z ergänzt, um auch den touristischen Bedürfnissen des Wien-Besuchers zu genügen.
Einer der vielen Spaziergänge führt zum Beispiel auf die Mariahilferstraße und ihre Umgebung. Sie war schon im Mittelalter eine Fernhandelsstraße nach Bayern und verläuft auf einem Kamm eines Höhenrückens nördlich des Wienflusses. Tatsächlich fließt durch die „Donaumetropole“ nämlich keine Donau, sondern die „Wien“, ein kleiner Fluss in einem großen Bett, dem entlang auch die U-Bahn in die Vororte führt. Geht man die Mariahilferstraße von der inneren Stadt ausgehend nach oben, spürt man eine leichte Steigung Richtung Westbahnhof. Rechts befand sich der ehemalige Brillantengrund, das Viertel um die Schottenfeldgasse, ein Seidenmanufakturgebiet, das so reiche Bürger beherbergte, das es diesen schönen Spitznamen bekam. Links wiederum, Richtung Wienzeile hinunter säumen zwei Kirchen den Weg, die Laimgruben- und die Stiftskirche und gleich darauf folgt das Geburtshaus von Ferdinand Raimund, einem der bekanntesten Söhne der Stadt. Es ist übrigens leicht an dem Schild und der figürlichen Darstellung eines goldenen Hirsches zu erkennen und führt auch einen Innenhof, der wiederum nach unten zum Naschmarkt weiterführt, der sog. Stiegengasse. Das „Durchhaus“ beherbergt heute eine Bar und Geschäfte, leider keine Bäckerei mehr, an der sich der junge Raimund gerne delektiert haben solle, wie Felix Czeike schreibt. Er selbst hatte nämlich als Zuckerbäckerlehrling seine Karriere im Burgtheater begonnen, wo er seine Süßigkeiten in den Pausen verkauft und so mit der Theaterwelt in Berührung kam. Der Autor zeigt nicht also nicht nur die historisch-politischen Zusammenhänge auf, sondern erzählt auch solche und ähnliche Anekdoten über Bauherren und Architekten, Komponisten und Theaterintendanten, Maler und Literaten. Die wichtigsten kunsthistorischen Begriffe findet man übrigens im Glossar erklärt. Nützliche Hinweise für die Besichtigung sowie die Öffnungszeiten sind in der Randspalte neben dem Text untergebracht. Ein Innenstadtplan sowie eine U-Bahn-Übersichtskarte, die in den Umschlag eingearbeitet sind, sollen bei der schnellen Orientierung beim Stadtrundgang helfen. Dieses Standardwerk für Kunst- und Kulturliebhaber des Hauses DuMont wurde neu überarbeitet und mit neuen Informationen aufgefettet. So findet der Leser Tipps für das nächste Kaffeehaus oder ein typisches Wiener Wirtshaus nah bei den Wiener Sehenswürdigkeiten. Auch Hoteltipps - von Luxusherbergen über Designhotels bis zu alteingesessenen Gästehäusern – kann man in den Reiseinformationen von A bis Z am Ende des Buches nachschlagen.
Felix Czeike (1926-2006) war übrigens ein österreichischer Historiker und Volksbildner. Er war Autor und teilweise auch Herausgeber zahlreicher Publikationen zum Thema „Wiener Stadtgeschichte“ und stand unter anderem dem Wiener Stadt- und Landesarchiv als Direktor vor. Von 1993 bis 2003 war er Präsident des Vereins für Geschichte der Stadt Wien. 1979 wurde er zum außerordentlichen Universitäts-Professor der Universität Wien ernannt, 1985 wurde ihm – wie es sich in Wien halt so gehört - der Titel Hofrat verliehen. Sein Hauptwerk ist das sechsbändige Historische Lexikon Wien, das man beim Verlag Kremayr & Scheriau ebenfalls bestellen kann. Das Historische Lexikon der Stadt Wien (in 6 Bänden) ist durchgehend illustriert, im Format 17 x 24 cm und in Efalin gebunden und verfügt über 30.000 topographische und biographische Stichwörter.


Felix Czeike
ISBN: 9783770143481
DuMont Reiseverlag
04/2011
Seitenzahl: 374
Maße (B*L): 15,30cm * 20,50cm
DUMONT KUNST REISEFÜHRER Wien
Kunst, Kultur und Geschichte der Donaumetropole DuMont Kunst-Reiseführer. 6., aktualisierte Auflage.

[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2012-01-22)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.


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