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Rezensionen


 
Eric Pfeil - Azzurro. Mit 100 Songs durch Italien.
Buchinformation

Unser liebstes (und schönstes) Nachbarland. Eric Pfeil liebte es schon als Kind und reiste damals noch mit den Eltern im Auto in die Badeorte an der Adria. Mit jeder Reise wuchs seine Begeisterung, aber auch die Erkenntnis, dass es sich um mehr als nur ein Italien handelt, das er da bereiste. Denn zwischen Celentano und Berlusconi passen gleich mehrere Italiens.

Faserschmeichalpop oder lieber cantautori?

Mina, Ricchi e Poveri oder Adriano Celentano...wer kennt sie nicht? "Ein Reiseführer ohne Sehenswürdigkeiten aber mit ganz viel Musik", beschreibt Eric Pfeil seine Italien-Hommage in 100 Songs, die durchaus auch die unterschiedlichen Regionen des Landes berücksichtigt. So wird etwa mit dem Kalabresen Rino Gaetano eröffnet, oder mit dem ligurischen Blumenhändler, der 1951 das Festival della Canzone Italiana erfand, fortgesetzt. Denn Eric Pfeil schreibt nicht nur über die einzelnen Songs, sondern auch über die italienische Kultur, die diese ermöglichte. Heute noch (2020) sitzen 14 Millionen Menschen vor den Bildschirmen wenn es wieder heißt: "Benvenuti!". 1979 trat dort ein gewisser Franco Fanigliulo auf, der völlig aus dem "Raumschiff Sanremo" gefallen zu sein schien. Er sang von Jesus, Blue Jeans und einem Zwerg im Gehirn, trug lange Haare und machte große Gesten, als "elaboriert" könnte seine Gesangsweise und sein Gestus durchaus bezeichnet werden. Aber trifft das nicht auf die meisten Bewohner:innen unseres Nachbarlandes zu? Ganz bestimmt nicht auf Paolo Conte. Der Rechtsanwalt aus Mailand war es, der Adriano Celentano 1968 den hier auch für das Buch titelgebenden Song auf den Leib schrieb. Aber erst sechs Jahr später wagte er es, selbst ein Album unter eigenem Namen aufzunehmen. 1978 mit 39 Jahren hat er seinen Durchbruch, etwa mit "Un gelato al limon", das von einer verflossenen Liebe handelt: "...l'intelligenza degli elettricisti/Cosi almeno un po' di luce avrà".


Wenn nur ein Lied genügen würde...

Wer aufmerksam auch das italienische Filmgeschehen der Nachkriegszeit verfolgte, wird vielleicht einmal in Fellinis Amarcord (ah, mi ricordo!) einen 19-jährigen Statisten erkannt haben. Es handelte sich dabei um einen gewissen Eros Walter Luciano Ramazotti Molina, Sohn eines Bauarbeiters und einer Hausfrau. Der Welt wurde er allerdings erst mit "Se bastasse un canzone" bekannt und als gut geölter Vertreter der Italianità gilt er heute noch. Das italienische Imagine - so Pfeil - handelt ebenso von einem Traum, dem Frieden auf der Welt. Im Anhang der vorliegenden Publikation befindet sich eine Quellenangabe und ein Namenregister, aber als großes Manko sei hier erwähnt, keine Liste der behandelten 100 Songs. Das erschwert das Nachschlagen beim zufälligen Hören eines Songs im Radio immens und macht das Buch als Nachschlagewerk für den Alltagsgebrauch leider unbrauchbar. Dafür ist es eine willkommene Lektüre mit kurzweiligen Texten zu 100 Liedern, die zumindest in Italien Weltgeschichte geschrieben haben. Kennen muss man sie ohnehin alle, also muss man ohnehin nach und nach das ganze Buch lesen. Der Sommer ist ja noch lang...

Eric Pfeil
Azzurro. Mit 100 Songs durch Italien.
Ein Reiseführer ohne Sehenswürdigkeiten – mit 100 Songs durch Italien!
Verlag: KiWi-Taschenbuch
2022, Paperback, 368 Seiten
ISBN: 978-3-462-04553-6

[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2022-07-29)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.


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