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Armin Thurnher - Fähre nach Manhattan. Mein Jahr in Amerika. Roman.
Buchinformation
Thurnher, Armin - Fähre nach Manhattan. Mein Jahr in Amerika. Roman. bestellen
Thurnher, Armin:
Fähre nach Manhattan.
Mein Jahr in Amerika.
Roman.

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(Bücher frei Haus)

Der Autor ist wohl einer der fleißigsten Publizisten des Landes und vor allem durch seine (politischen) Kommentare in der von ihm herausgegebenen Stadtzeitung Falter (Wien) bekannt und auch beliebt. Erstmals legt er aber ein Buch mit persönlichen Erinnerungen vor, die von seinen Erlebnissen in den Sechzigern in den USA erzählen. Ein zweiter Teil (eine Fortsetzung) ist bereits geplant.

USA 1967: Nation im Krieg

1967 verbrachte der inzwischen auch schon 70 Jahre alte Publizist aus Bregenz in Vorarlberg ein Jahr auf einem College in Staten Island bei New York. Dort erlebt er – zwar aus der Distanz, aber doch am Puls der Zeit – das Aufbegehren der amerikanischen Jugend gegen den Vietnamkrieg und die kriegerische Gesellschaft unter dem Präsidenten LBJ (1963-69). Denn diese Nation führt nicht nur Krieg gegen die Kommunisten in Nordvietnam, sondern auch gegen jene im eigenen Land. Der junge -hauptsächlich an Fußball interessierte - Armin ist anfangs zwar politisch eher noch unbedarft und fällt wie ein Simplicissimus in eine aufgebrachte und tobende Welt, wird aber unter dem Einfluss seines roommates Bruce zusehends bewusster. Bald sind auch Black Power, Love and Peace oder Jocks keine Fremdwörter mehr für ihn.

College-Jahr statt Grand Tour

Der mit Preisen des österreichischen Buchhandels für Toleranz und Otto-Brenner Preis ausgezeichnete Neo-Schriftsteller erzählt voller Ironie von seiner eigenen Jugend und „seinem Jahr in Amerika“, wie ein geflügeltes Wort ja heißt. Denn so wie die jungen Helden des 18. Jahrhunderts ihre Grand Tour durch Europa machten, geziemte es sich im 20. Jahrhundert für die Abkömmlinge der Bildungseliten eine gewisse Zeit in Amerika zu verbringen. Schließlich waren die USA ja die Schutzmacht und hatten uns von den Nazis befreit. Mit dieser (österreichischen) Vergangenheit wird Armin in den USA überraschenderweise kaum konfrontiert. Damals glaubte die heutige Trump-Nation noch an die österreichische „Trapp“-Nation.

Armin Thurnher hat seine Erzählung übrigens mit Zitaten aus verschiedensten Zeitungen des Jahres 1967 – dem Jahr seines Aufenthaltes – gegliedert und so die insgesamt 67 (!) Kapitel überschrieben. Ein ganz persönlicher Einblick in eines der wohl bedeutendsten Jahre der Nachkriegsgeschichte. Lesenswert und unterhaltsam. Zudem natürlich mit einer Menge weiterführender Hinweise und Literaturtipps zum Thema versehen, wie es sich für einen guten Publizisten gehört.

Armin Thurnher
Fähre nach Manhattan. Mein Jahr in Amerika.
Roman.
ISBN: 978-3-552-05925-2
Zsolnay Verlag
20.-€

[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2019-03-27)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



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