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Literaturforum: Unschuldige und Schuldige


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Forum > Politik & Gesellschaft > Unschuldige und Schuldige
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 Thema: Unschuldige und Schuldige
ixchel
Mitglied

16 Forenbeiträge
seit dem 17.07.2004

Das ist ixchel

     
Eröffnungsbeitrag Abgeschickt am: 06.04.2005 um 10:32 Uhr

"Unschuldige und Schuldige"

-------
SKRUPEL ...von Schiller

Was vor züchtigen Ohren dir laut zu sagen erlaubt sei?
Was ein züchtiges Herz leise zu tun dir erlaubt!
--------------

Kein Aufruf zum Mord --- Ja ich habe Skrupel, wenn ich den Text auch geschrieben habe. Trotz allem muss ich mir das Mordgesülze aus den Medien anhören!
-----------

--- Oh Gott ----

"Ja Herr, ich fühle mich schuldig. Ich habe in einem Forum geschrieben: "Tötet Amerikaner, so wie sie andere Menschen töten." Nachdem ich dies geschrieben hatte, konnte ich Nachts nicht mehr schlafen."
Der Herr schaut mit nachdenklichen Blick auf mich herab und antwortet: "Nun ja, das ist ein Aufruf zum Mord."
Ich sage sofort: "Aber ich bin doch kein Mörder! Ich wollte auch nie einer werden und eigentlich hasse ich solche Gedanken. Aber diese Gedanken werden mir aufgedrängt. Soll ich immer nur zu sehen, wie Unschuldige im Namen ideologischer Interessen dahingemetzelt werden? Ich gerate darüber in Wut. Ich will provozieren! Ich will den ;Menschen Angst machen, so wie sie es tun. Verdammt, ich könnte doch was besseres mit meinen Gedanken anfangen, doch die Welt ist so! Niemand hat mich gefragt, ob ich diesen Mist erleben will, ich muss es!"
Der Herr grübelt und sagt: "Ich weiß, ich weiß, aber so ist die Welt nun einmal. Es gibt Schuldige und wir müssen ihnen gegenüber Verzeihung reden."
Ich frage bedrückt: "Bin ich nun auch schuldig?"
Der Herr: "Nun ja, ich sehe in dein Herz und weiß, dass du nicht schuldig bist und außerdem, muss man auch dir verzeihen."
Ich bin erleichtert und sage: "Mache ich mich schuldig, wenn ich meine Wut in meinen Gedanken auslebe, wenn ich sie ausspreche? Es kann doch nicht sein, dass ich diese Ungerechtigkeit hinnehmen muss."
"Niemand soll Ungerechtigkeit hinnehmen und die Gedanken sind frei!", antwortet der Herr.
"Aber welche Möglichkeiten habe ich denn, mich zur Wehr zu setzen? Was kann ich tun, wenn nicht meiner Wut Ausdruck zu verleihen?"
Ich sehe, wie er nachdenkt, dann sagt er: "Trage die Hoffnung in deinem Herzen und bete."
"Oh Gott, das kann doch nicht alles sein?" sage ich erschreckt.
Er erwidert: "Die Schuldigen werden schon ihre Strafe erhalten und zur Besinnung kommen."
Ich frage sofort: "Aber Herr, wann denn? Dann wird es bald keine Unschuldigen mehr geben und dann werden die Schuldigen selbst zu Unschuldigen, da es keinen Unterschied mehr gibt. Und sollte noch ein Unschuldiger unter den Schuldigen sein, dann wird verängstigt unter ihnen weilen und keinen Mucks mehr von sich geben."

Der Herr sagt: "Das ist der Lauf der Dinge, es wird geschehen was geschehen soll. Wir müssen unser Leben in Demut ertragen."
Entmutigt senke ich den Kopf und sage: "Herr, so kann ich nicht leben!"

Plötzlich betritt ein US Soldat die Bildfläche und sagt: "Oh Herr ich habe gesündigt."
Gott blickt auf ihn herab und sagt: "Was hast du getan?"
"Ich bin Soldat und habe Menschen getötet."
Der Herr spricht: "Das ist nicht gut! Willst du davon ablassen?"
"Oh ja, Herr, ich wollte eigentlich nie ein Mörder werden, aber das Leben lies mir keine Wahl."
Der Herr sagt: "Du hast immer eine Wahl. Warum wolltest du über andere richten?"
Der US Soldat: "Mein Präsident hat es mir befohlen, wir kämpfen gegen das Böse."
Der Herr antwortet: "Glaubst du an das Böse oder an das Gute?"
Der US Soldat: "An das Gute!"
Der Herr: "Warum tust du dann Böses und nichts Gutes?"
"Ich tue ja Gutes, da ich das Böse bekämpfe."
Der Herr: "Woher weißt du das?"
Der Soldat: "Man hat es mir gesagt!"
Der Herr: "Und du fühlst dich gut dabei?"
"Oh nein, Herr."
Der Herr sagt: "Guck mal da drüben, da steht einer, der hat gesagt ´Tötet Amerikaner, wie sie andere töten´ und er hat ein schlechtes Gewissen dabei, er fühlt sich so schuldig wie du. Ist er es?"
Der Soldat überlegt: "Ich weiß nicht Herr – wenn er keine Menschen getötet hat, brauch er sich nicht schuldig fühlen und ich kann ihn ein wenig verstehen. Ich selbst habe Zweifel daran, dass ich wirklich Gutes getan habe. Hätte man mich getötet, so wüsste ich warum."

Ich muss mich einmischen und sage: "Entschuldige Soldat, ich bin wütend geworden, weil sich ein Volk über andere Menschen erhebt. Haben wir nicht alle Mittel in der Hand auf der Welt Frieden zu schaffen? Gibt es eine Berechtigung für Krieg unter der Flagge Amerikas? Ist nicht jedes Leben gleich Wert und muss geschützt werden?"
Er nickt zustimmend und Gott sagt: "Könnt ihr euch verzeihen?"
Wir beide sagen: "Aber klar doch."
Danach gehen wir erleichtert in eine Kneipe und reden über Krieg und Frieden.

-----

"Tue was du willst, soll das ganze Gesetz sein" Zitat von Aleister Crowley.
So ist die Welt und ein jeder findet eine Begründung für seine Taten und so lange muss ich mich nicht mit meinen Gedanken verstecken.

"Tue nichts, an das dein Gewissen dich schmerzlich erinnern könnte", wäre meine Vorstellung von einem natürlichen moralischen Anspruch, doch dafür ist die Zeit noch nicht reif.

Aufgrund dessen, dass Mord zum politischen Geschäft gehört und alltäglich ist, fühle ich mich in der Form davon beeinflusst, dass mit zunehmender Radikalität der Weltpolitik, auch meine Ansichten radikaler werden. Aus meiner Sicht ist es nichts anderes, als im Zweiten Weltkrieg – "Bomben über Dresden können nicht bösartiger sein, als die über London. Bomben über NY, nicht schlimmer als über Bagdad, Kabul oder vielleicht demnächst Teheran."



Du kannst dich nicht ans Flussufer setzen und hoffen, dass die Leiche deines ärgsten Feindes vorüberschwimmt :-)
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