Biographien Rezensionen Diskutieren im versalia-Forum Das versalia.de-Rundschreiben abonnieren Service für Netzmeister Lesen im Archiv klassischer Werke Ihre kostenlose Netzbibliothek

 



Save Ukraine!
Save Ukraine!


Amnesty International

Love all Animals

Literaturforum: Wandersmann


Aktuelle Zeit: 29.11.2021 - 03:55:36
Hallo Gast, Sie sind nicht eingeloggt!
Suche | Mitglieder | Neu | Statistik

Heute ist der 62. Todestag von Hans Henny Jahnn.

Forum > Lyrik > Wandersmann
Seite: 1
[ - Beantworten - ] [ - Drucken - ]
 Autor
 Thema: Wandersmann
Cassiel
Mitglied

4 Forenbeiträge
seit dem 27.08.2007

     
Eröffnungsbeitrag Abgeschickt am: 27.08.2007 um 22:35 Uhr

Seht in Augen, die da müde in die ferne Blicken.
Seht auf schon abgenutzte Lumpen, die da dienen als Gewand.
Seht auf Stab und Beutel, die getragen werden von der Hand.
Seht auf unsichtbare zwänge, die den Mann auf reisen schicken.

Seht auf jene Wüste, die einst als Garten zu erkennen war.
Seht auf dieses Ödland, das ohne Leben weilt in dieser Welt.
Seht auf unlebendig Boden, von heißem Feuer einst entstellt.
Seht auf dieses Tote fleckchen Erde, das ein Alptraum wohl gebar.

Seht des Mannes Wege kreuzen dies trostlose Gestad.
Seht die Blicke, wie sie über tote Erde schweifen.
Seht die Hände, wie sie in den Beutel greifen.
Seht wie er beginnt mit dem auswurf seiner Saat.

Seht wie er in steter Müh, Wasser aus weit entfernten Brunnen, zum gesäten Boden trägt.
Seht wie die ersten Blüten, langsam gen Himmel sich erheben.
Seht wie sie zu einem bunten Teppich sich verweben.
Seht des Mannes immerwährendes Bemühen, der erst dann sich zur Ruhe bettet, wenn ihn die Müdigkeit erschlägt.

Seht auf dieses Grüne Land, das einstmals eine Wüste war.
Seht auf diese paradiesische Oase, die voller Leben weilt in dieser Welt.
Seht auf den neu belebten Boden, zu dem sich der Blumenduft gesellt.
Seht auf dies lebendige fleckchen Erde, den ein schöner Traum gebar.

Seht wie der Mann am Rande dieses Garten steht.
Seht wie ein lächeln seinen Mund ganz sacht umspielt.
Seht ihn, der nicht bei seiner Arbeit innehielt.
Seht wie er dem Paradies, selig lächelnd wohl, den rücken kehrt, und geht.

Seht in Augen, die da müde in die ferne Blicken.
Seht auf schon abgenutzte Lumpen, die da dienen als Gewand.
Seht auf Stab und Beutel, die getragen werden von der Hand.
Seht auf unsichtbare zwänge, die den Mann auf reisen schicken.

Profil Nachricht senden Zitat
Seite: 1
[ - Beantworten - ] [ - Drucken - ]
Forum > Lyrik > Wandersmann



Sie möchten hier mitdiskutieren? Dann registrieren Sie sich bitte.



Anmelden
Benutzername

Passwort

Eingeloggt bleiben

Neu registrieren?
Passwort vergessen?

Neues aus dem Forum


Gedichte von Georg Trakl

Verweise
> Lyrikband seelengruende
> Neue Gedichte: fahnenrost
> Kunstportal xarto.com
> New Eastern Europe
> Free Tibet
> Naturschutzbund





Das Fliegende Spaghettimonster

netzbibliothek | Anti-Literatur | Datenschutz | FAQ | Impressum | Rechtliches | Partnerseiten | Seite empfehlen | RSS

Systementwurf und -programmierung von zerovision.de

© 2001-2021 by Arne-Wigand Baganz

v_v3.41 erstellte diese Seite in 0.022052 sek.