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Literaturforum:
Anti-Literatur 2022


Forum > Sonstiges > Anti-Literatur 2022
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Autor
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Thema: Anti-Literatur 2022
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Kenon
Mitglied
    1519 Forenbeiträge seit dem 02.07.2001

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| Eröffnungsbeitrag |
Abgeschickt am: 02.12.2022 um 20:40 Uhr |
Jörg Drews hat folgendes einmal sehr richtig festgestellt:
Zitat:
Keiner Nonsense-Poesie ist es je gelungen, den »kulturellen Schreibvertrag, das Schriftsystem, die Literatur« zu kündigen; selbst die radikalsten Texte können ihn nur modifizieren und neu installieren.
Dennoch macht es beim Schreiben immer wieder Spaß, an die Ränder zu gehen, wobei ich mir hier gar nicht so weit hinaus gewagt habe:
Thermo-dynamische Effizienzrechnung (anti-literatur.de)
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Itzikuo_Peng
Mitglied
 272 Forenbeiträge seit dem 08.01.2011

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| 1. Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 03.12.2022 um 09:11 Uhr |
Las doch tatsächlich erst Jürgen Drews. :)
Ansonsten schicker Text, ja, gerne gelesen.
Mairübchen machen schön
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Kenon
Mitglied
    1519 Forenbeiträge seit dem 02.07.2001

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| 2. Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 03.12.2022 um 09:29 Uhr |
Vielen Dank, und ja: Mit dem Namen des begabten Literaturkritikers, der übrigens ein großer Lyrikliebhaber war und viel für das Genre getan hat, geht es mir ähnlich:
Ich schaue lieber nach, um es nicht falsch zu machen, denn so lange kenne ich ihn noch gar nicht.
Gibt es heutzutage jemanden wie ihn?
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eliaskoch
Mitglied
 Forenbeitrag seit dem 02.07.2001
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| 3. Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 18.07.2026 um 00:35 Uhr |
Der Gedanke von Drews trifft einen ziemlich interessanten Punkt: Selbst Texte, die bewusst gegen Verständlichkeit, Erzählung oder klassische Literaturregeln arbeiten, brauchen meistens noch irgendeinen Rahmen, damit sie überhaupt als „Literatur“ erkannt werden können. Auch Anti-Literatur lebt also paradoxerweise von dem System, das sie kritisieren möchte.
Gerade bei solchen Experimenten ist es spannend, wie weit man die Erwartungen des Lesers verschieben kann, ohne dass der Text komplett beliebig wird. Eine reine Ansammlung von Zeichen oder Fachbegriffen kann zwar wie ein Bruch mit Literatur wirken, aber sobald jemand darin ein Konzept, eine Struktur oder eine Absicht erkennt, entsteht wieder eine Form von Lesbarkeit.
Die „Thermo-dynamische Effizienzrechnung“ spielt ja genau mit dieser Grenze: Sie nutzt die Sprache eines wissenschaftlichen Textes, aber verschiebt den Zweck. Statt Wissen zu vermitteln, wird die Form selbst zum Gegenstand. Man liest nicht mehr nur *was* dort steht, sondern fragt sich, warum es so geschrieben ist und welche Erwartungen dadurch ausgelöst werden. Genau an solchen Stellen wird der „Schreibvertrag“ nicht gekündigt, sondern eher gedehnt.
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