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Pierre Lemaitre - Wir sehen uns dort oben
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(Bücher frei Haus)

Ein als Autor von Kriminalromanen in Frankreich bekannter Schriftsteller schreibt einhundert Jahre nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs einen mit dem Prix Goncourt ausgezeichneten spannenden und bewegenden Roman aus vielen unterschiedlichen Erzählsträngen, meisterhaft komponiert und perfekt erzählt.

Die Handlung beginnt im Jahr 1918 auf den Schlachtfeldern Frankreichs. Kurz vor dem Ende eines mörderischen Kriegs sterben die Soldaten wie die Fliegen, einen sinnlosen anonymen Tod in den Gräben.

Einer dieser Soldaten ist Albert, von seinem Leutnant Pradelle bis aufs Blut gequält. Als dieser ihn eines Tages einfach so in ein Schlammloch stürzt, wird er von seinem Freuend Eduard gerettet. Doch dieser bezahlt die Rettungstat mit dem Verlust seines Unterkiefers, der ihm weggeschossen wird. Beide schwer verwundet, überleben Albert und Eduard das Ende des Kriegs. Noch ohne Orientierung steht Albert seinem Freund nach dem Krieg in allem bei, verschafft ihm eine neue Identität, weil Eduard mit diesem Gesicht seiner Familie nie mehr begegnen möchte.
Sie gehen miteinander durch Dick und Dünn, gründen eine Denkmalfirma, mit der sie andere betrügen. Diese regelrechte Lust am Betrug verschafft ihnen neue Lebensenergie. Doch eines Tages taucht Pradelle wieder auf. Auch er ernährt sich von Betrug. Er macht Geschäfte mit der angeblichen Umbettung von Gefallenen. Man sieht sich immer zweimal im Leben ….

Lemaitres Buch zeigt, in welches Leben abseits jeglicher bisheriger Moralvorstellungen und Werte der Krieg die Menschen führt. Doch es ist nicht defätistisch. Im Gegenteil: im Stil eines wahren Schelmenromans führt er seine Figuren vor und überrascht den gespannten Leser immer wieder neu mit nicht für möglich gehaltenen Wendungen.

Auch sprachlich ist dieser Roman ein Genuss.

Pierre Lemaitre, Wir sehen uns dort oben, Klett-Cooa 2014, ISBN 978-3-60898016-5

[*] Diese Rezension schrieb: Winfried Stanzick (2015-01-26)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



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