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Julia Bertschik - 1928. Ein Jahr wird besichtigt
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Bertschik, Julia:
1928. Ein Jahr wird
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(Bücher frei Haus)

1928 ist – bezogen auf die österreichische Geschichte - das Jahr zwischen Justizpalastbrand und Weltwirtschaftskrise. Und ja, natürlich hat es das schon einmal gegeben, dass man sich kulturwissenschaftlich auf ein spezielles Jahr fokussiert und es in Form eines Netzes mit vielfältigen Dreh- und Knotenpunkten aufbröselt, davon ist nämlich schon in der Einleitung zu vorliegender Veröffentlichung des Sonderzahl Verlages die Rede: 1913 von Florian Ilies, Untertitel: „Der Sommer des Jahrhunderts“. Gemeint war damit freilich, der letzte Sommer vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges, der zumeist noch sehr ahnungslos verbracht wurde, bevor das Verbrechen schlechthin und die größte Katastrophe aller Katastrophen über Europa und die Welt hereinbrach. Es solle aber keine Präsenz-Epiphanie betrieben werden, heißt es in der Einleitung weiter, sondern ginge es darum: „Vielmehr geht es bei der auch von uns verfolgten synchronen Schnitt-Technik um das kalkulierte Moment der Störung historischer Kontinuitäten und Kausalitäten als Prämisse eines produktiven Umgangs mit dem gesichteten und durch Anordnung immer schon interpretierten Quellenmaterial aus dem künstlich geschaffenen Blickwinkel eines einzelnen Jahres.“

1928 im Spiegel des „New Historicism“
1928 befinde sich gewissermaßen zwischen der Zeit, als weder im Fokus wie 1927 oder 1929 noch am Rand. Es werde nichts weniger versucht, als eine neue Form einer kulturpoetisch orientierten, österreichischen Literatur- und Mediengeschichte als nicht-lineares, antihierarchisch-rhizomatisches Netzwerk synchroner Verbindungen und Zirkulation erprobt, so die Herausgeber. Die Publikation hat natürlich auch einen lexikalischen Gebrauchscharakter und es steht dem Leser frei, hin und her zu wechseln zwischen Literatur, Politik und Mediengeschichte. Ein weiterer Aspekt sind die sog. „Dispositive“, die von Rebecca Unterberger mit Hilfe von zeitgenössischen Zeitungen zu unterschiedlichen Themen zusammengestellt wurden. In einem anderen Kapitel werden die Auswanderer um Peter Waller beschrieben, die weder Faschisten noch Bolschewisten mehr fürchten wollten und sich deswegen für eine Reise – ohne Wiederkehr - nach Amerika entschieden. Auf vier unterschiedlichen Ebenen wird ein vielfältig, miteinander verzahntes Kaleidoskop des Jahres 1928 porträtiert, das es so sicherlich noch nie gegeben hat und auf seine Weise sicherlich einzigartig ist, nicht nur für Anhänger des „New Historicism“, sondern auch für Laien der Zunft.

Bertschik, Julia / Kucher, Primus-Heinz / Polt-Heinzl, Evelyne / Unterberger, Rebecca
1928. Ein Jahr wird besichtigt
engl. Broschur, 16,5 x 23 cm, 288 Seiten
Sonderzahl Verlag
ISBN: 978 385449 418 8
€ 25.00

[*] Diese Rezension schrieb: jürgen Weber (2016-09-24)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.


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