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Christian Brincourt - Brigitte Bardot - Eine Hommage
Buchinformation
Brincourt, Christian - Brigitte Bardot - Eine Hommage bestellen
Brincourt, Christian:
Brigitte Bardot - Eine
Hommage

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(Bücher frei Haus)

„Liebst du eigentlich meinen Hintern“ („Tu les trouves jolies, mes fesses?“), hieß es 1963 in Jean-Luc Godards „Le Mepris“ (Die Verachtung) aus dem wohl berühmtesten Schmollmund der französischen Filmgeschichte und das, nachdem Godard in der ersten Viertelstunde des Films nichts anderes als eben gerade Bardots Hintern gezeigt hatte. Die Dreharbeiten in Curzio Malapartes Haus auf Capri hatten aber nicht nur Godard, sondern auch der damals 29-jährigen Bardot genützt, denn der internatinale Durchbruch gelang nicht zuletzt mit „Verachtung“. Heute ist die BB dieser Tage 80 Jahre jung geworden und der Delius Klasing Verlag hat dies zum Anlaß genommen, die wohl bekannteste Französin der Welt in einem großformatigen Prachtband zu ehren. In insgesamt 47 Filmen zwischen 1952 und 1973 wurde sie dem Publikum als französischer Schönheitsexport bekannt, aber auch ihr Engagement für den Tierschutz zeigte die Bardot als integre Figur, die für ihre Ideen einzustehen weiß und das eben nicht nur von hinten, sondern auch vor allem von vorne.

Filme und Chansons

Ende der Sechziger, 1969, sollte auch der Chanson „Je t’aime … moi non plus“ im Duett mit Serge Gainsbourg erscheinen, die Bardot zog ihn aber aus Rücksicht auf ihren Ehemann Gunter Sachs zurück. Ausgegraben wurde er erst 1986 wieder und heute kann man sich über Internet längst selbst davon überzeugen, ob Jane Birkin es nicht doch besser machte, als die Bardot.Vielleicht wurde aber die französische Nationalfigur, die Marianne, die jedes Rathaus in Frankreich schmückt, auch deswegen ihren Gesichtszügen nachempfunden, weil die Bardot damals noch für das französische Lebensgefühl schlechthin stand. Auf ihrem Weg nach oben begeleitete sie auch das französische Magazin „Paris Match“ und hatte ihr nicht weniger als 39 Titelseiten gewidmet. Aus dem Fundus dieses Magazins schöpften Vater und Sohn Brincourt, Christian und Marc, bei der Herausgabe dieser Hommage an die Leinwandgöttin und das Fotomodel und so ist ein schönes, großformatiges Buch über die BB entstanden.

Und immer lockt das Weib…

Einen ihrer ersten großen Erfolge verbuchte die Bardot wohl an der Seite ihres Ehemannes und Regisseurs Roger Vadim in dem Film „Et Dieu…creà la femme“ (1956), also zu Deutsch etwa: „Und so schuf Gott die Frau“, der im deutschsprachigen Raum unter dem etwas sexistisch antiquiert anmutenden Titel „Und immer lockt das Weib“ bekannt wurde. Die eigentlich brünette Industriellentochter spielt darin ein 18-jähriges Waisenkind, das endlich etwas mit Männern haben will. Im wirklichen Leben war die Bardot tatsächlich mehrmals verheiratet. In jüngster Zeit machte sie aber immer mehr negative Schlagzeilen, die sie politisch in die Nähe des Front National brachten. Brigitte Bardot, die in den Sechzigern eine durchaus progressive Rolle innehatte, etwa durch die Popularisierung des Bikini oder ihre hochtoupierten Haare und Chansons wie Harley Davidson (1967) ist heute nämlich mit dem führenden Mitglied des Front National, Bernard d’Ormale, verheiratet und sprach sich wiederholt gegen die Islamisierung Frankreichs aus, wobei sie immer mehr konservative Werte betonte. Besonders das im Islam übliche „Schächten“ der Tiere dürfte sie zu dieser politischen Position geführt haben.

Der vorliegende Bildband zeigt natürlich vor allem die junge Bardot, denn seit 1973 drehte sie eigentlich keinen Film mehr, sondern es erschienenen nur mehr Dokumentationen über sie, wie etwa „Und Brigitte schuf Bardot“. Weitere Schwerpunkte dieses Bandes zeigen in folgenden Kapiteln vor allem die Vorzüge der BB: Die neue Künstlermuse, Ein freizügiger Star, Ihre Männer, Und die Bardot erschuf Saint-Tropez, Es war die Party meines Lebens, Die andere Brigitte, Die Ikone der Republik.

Christian Brincourt, Marc Brincourt
Brigitte Bardot - Eine Hommage
1. Auflage 2014, 256 Seiten, 123 Farbfotos, 113 S/W Fotos,
Format 28 x 36 cm, gebunden mit Schutzumschlag,
2014 Delius Klasing

[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2014-10-26)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.


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