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Rezensionen


 
David Charbonier - The Djinn (DVD)
Buchinformation

Der junge Dylan Jacobs ist gerade einmal zehn Jahre alt, als seine Mutter sich mit einem Revolverschuss in der Küche ihrer gemeinsamen Wohnung erschießt. Sein Vater Michael und er ziehen daraufhin um und mieten eine Wohnung in der zuvor ein alter Mann gewohnt hat. In einem Schrank in einer alten Schachtel findet Dylan sein Vermächtnis.

Dschinn oder doch nur klebriger schwarzer Rauch

Da sein Vater als Radiomoderator oft Nachtschichten hat, ist Dylan zumeist alleine. Als er die Schränke durchstöbert findet er ein altes Buch in gotischer Schrift und entziffert im sog. "Buch der Schatten", dass es Dschinns gibt, die man beschwören kann, um sich von ihnen seine Wünsche erfüllen zu lassen. Und natürlich hat der kleine Dylan einen Wunsch, einen großen Wunsch. Seit dem Tod seiner Mutter, Michelle, hat er nämlich keine Stimme mehr und unterhält sich mit seinem liebevollen Vater immer nur in Gebärdensprache. Für die Beschwörung braucht man nur eine Kerze, einen Spiegel und ein Zündholz. Ein Tropfen Blut in die Flamme der Kerze besiegelt den Pakt. Aber im Buch steht auch geschrieben, dass derjenige, der den Dschinn ruft, seine Seele verlieren könnte. Doch das hält Dylan nicht davon ab, denn was kann eine Seele einem Zehnjährigen schon bedeuten? Als sich der Dschinn tatsächlich manifestiert ist Dylan überrascht, denn seine Mimik zeigte vorerst Enttäuschung über das missglückte Experiment. Erst langsam beginnt er zu verstehen, dass der Dschinn zwar aus schwarzem, klebrigen Rauch besteht, er aber auch andere Formen und Manifestationen annehmen kann. So bedroht er Dylan zuerst in der Gestalt eines geflohenen Häftlings, der eigentlich von der Polizei auf der Flucht erschossen wurde. Als Dylan ins Badezimmer flüchtet und es ihm gelingt den Dschinn zurückzuhalten, verdünnisiert sich dieser - zu genau dem klebrigen schwarzen Rauch, den Dylan zwischen seinen Fingern langzieht. Doch dann übernimmt der Dschinn die Gestalt seiner verstorbenen Mutter und Dylan hat alle Mühe sich zu verteidigen.

Psychologischer Horror vom Feinsten

Ein Blick in das "Buch der Schatten" eröffnet ihm weitere Möglichkeiten im Kampf gegen die Geister, die er rief und nun nicht mehr loswird. Das Kammerspiel das der junge Schauspieler Ezra Dewey als Dylan fast im Alleingang bestreitet, ist an die Horrorfilme der Achtziger Jahre angelehnt, hat aber eine ganz eigene Bildsprache. Der Film spielt im Jahre 1989, was eingangs extra erwähnt wird, obwohl es auf die Handlung ja keinen Einfluss hat. So bleibt etwa eine Kamerafahrt durch die Wohnung aus Dschinn-Perspektive in Erinnerung oder auch die beengenden Kameraeinstellungen im Badezimmer. Natürlich darf auch die längst klassisch gewordene Duschszene nicht fehlen. Rob Brownstein als Michael Jacobs und Tevy Poe als Michelle Jacobs sowie John Erickson als The Djinn tragen ihren Teil dazu bei, dass aus dem kleinen Film ein großer Horrorfilm wird, der besonders auf seinem psychologischen Hintergrund wirkt. Denn man sollte sich immer vorher überlegen, was man sich wünscht und mehr das schätzen, was man hat, statt auf anderes zu schielen, wie Dylans Vater es ihm immer wieder sagt. Besonders am Ende des Films, wird Dylan diesen Satz beherzigen.

Was "The Djinn" besonders macht, ist eben dieser psychologische Hintergrund des Horrors, der durchaus nachvollziehbar und dadurch wohl noch gruseliger - weil echter wird. Denn die Gewissensbisse und Schuldgefühle, die Selbstzweifel und Ängste, die Dylan plagen, kommen ganz allein daher, dass er nicht wusste, den Selbstmord seiner Mutter zu verhindern. Aber natürlich trifft ihn daran keine Schuld. Denn Dylan ist nur ein kleiner Junge, der seine Stimme wieder bekommen möchte.

David Charbonier
The Djinn (DVD)
Sprache: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Mit Ezra Dewey, Tevy Poe, Rob Brownstein, John Erickson
2021, DVD, ca. 78 min
Koch Media Film

[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2021-11-01)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



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