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Cecil B. DeMille - Samson und Delilah
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DeMille, Cecil B.  - Samson und Delilah bestellen
DeMille, Cecil B. :
Samson und Delilah

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(Bücher frei Haus)

„I don’t want to be armed with the weapon to destroy you“, ruft Delila und drückt ihre Hand auf die Lippen Samsons. Erst fragte sie nach dem Geheimnis seiner Kraft, doch dann will sie es nicht erfahren. „It wouldn’t be a weapon if you really loved me“, antwortet Samson gutgläubig und erzählt ihr in einem Gleichnis die ganze Wahrheit über seine Superkräfte. Das Vertrauen, das er in sie setzt, wird enttäuscht werden, denn sein Liebesbeweis kommt viel zu spät, da in Delilas Herzen nur mehr die Rache brennt, aber keine Liebe mehr. Insgesamt gab es schon fünf Verfilmungen dieses tragischen Bibelstoffs: Samson und Delila (1922, Ö, Regie: Alexander Korda), Samson und Delilah (1949, USA, Cecil B. DeMille), Samson und Delilah (1984, USA, Lee Philips), Die Bibel – Samson und Delila (1996, USA/ITA/D, Nicolas Roeg), Samson and Delilah (2009, AUS, Warwick Thornton).

„Only one cat a time“
Der Stoff von „Samson und Delila“ hat es tatsächlich in sich, geht es doch paradigmatisch um nichts weniger, als die Liebe zwischen Mann und Frau. Erst wies Samson Miriam zurück, da er die blonde Philisterin Semadar heiraten wollte, doch dann weist auch diese ihn zurück indem sie ihn an seinen größten Widersacher verrät und schließlich wirft sich ihm ihre Schwester, Delila, an den Hals. Als er in freiem Feld einen echten Löwen mit bloßen Händen besiegt, ruft er ironisch „Hey hey, only one cat at a time“ und befreit sich aus Delilas Umarmung. Später wird sie sich wieder in seinen Armen befinden, aber dann wird er der besiegte Löwe sein, den sie in den Staub tritt. Mit der Ausrede, ihren Vater und ihre Schwester zu rächen, macht Delila alsbald mit dem Herrscher der Philister einen Deal, um so ihre Genugtuung zu bekommen, nicht für den Tod ihrer Verwandten, sondern aus Rachsucht für Samsons Zurückweisung. Samson erliegt alsbald ihrem Zauber, den er zuerst glaubte verweigern zu können, doch auch er will zum Helden seines Volkes werden und dieses Pflichtgefühlt obsiegt schließlich über die wiedergewonnene Liebe. Anders als Delila ist er kein Philister, sondern ein Israelit, der sein Volk aus der Knechtschaft durch die Philister befreien will. Insofern ist auch er mehr von der Rache beseelt, als von seiner Liebe zu ihr und so nimmt das Schicksal seinen Lauf.
Biblisches Monumentalspektakel um die Liebe
„Ich mag keine Filme, in denen die Titten der Männer größer sind als die der Frauen.“, soll Groucho Marx auf die Frage des Regisseurs Cecil B. DeMille ob ihm sein Film gefallen habe geantwortet haben. Tatsächlich hat Victor Mature als Samson davon ein prächtiges Paar, das neben seinen Muskeln gekonnt in Szene gesetzt wird. Das Drehbuch basiert einerseits natürlich auf dem Alten Testament, andererseits auch auf dem Roman „Richter und Narr“ von Zeev Jabotinsky, der 1926 unter dem Pseudonym Altalena veröffentlicht worden war. Das biblische Israel wurde dabei in einem Studio in Los Angeles durch Monumentalbauten rekonstruiert und farbenprächtige Kostüme sollten einen Hauch vom Orient in die Studiobauten zaubern. 1951 wurde „Samson und Delilah“ mit einem Golden Globe in der Kategorie „Beste Kamera“ geehrt. Im gleichen Jahr wurde der Film für 5 Oscars nominiert, von denen er letztlich 2 Auszeichnungen sogar gewann. Auszeichnungen erhielt der Film für die Beste Ausstattung und das Beste Kostümdesign, allerdings hätte auch die Filmmusik von Victor Young sicherlich einen Oskar verdient.

Biblisches Monumentalspektakel um die Liebe
„Your arms were quicksand. Your kiss was death. The name Delila will be an everlasting curse on the lips of men“, verflucht Samson seine Geliebte Delila, doch das ist noch lange nicht das Ende des Films, der das „ vielzitierte Moment der letzten Spannung“ weidlich auskostet, denn der Film nimmt nach der Niederlage und Blendung des Helden tatsächlich noch eine überraschende Wendung. Das ewige Problem der Liebe wird in „Samson und Delila“ als Romeo und Julia Version: die Liebenden gehören zwei verschiedenen Familien/Stämmen/Völkern an und können sich nicht entscheiden, wem ihre Loyalität nun wirklich gilt. Sollen sie ihr Volk verraten oder ihre Liebe? Kann die Liebe tatsächlich alle gesellschaftlichen und sozialen Gräben überwinden und bestehen? „Samson und Delila“ ist auch auf diese brennenden Fragen nur eine von vielen Antworten. Aber keine fiel bisher so monumental und kolossal aus wie in diesem biblischen Farbspektakel aus den Vierzigern.

Cecil B. DeMille
Samson und Delilah
Originaltitel: Samson and Delilah
USA, 1949, 131 Minuten
Drehbuch Vorlage: Vladimir Jabotinsky
Mit Hedy Lamarr (Delilah), Victor Mature (Samson), George Sanders (König von Gaza), et al
www.paramount.de

[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2013-10-19)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.


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