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Rezensionen


 
Renate Schipke - Das Kräuterbuch (Kräuterbuch des Johann Christoph Ende)
Buchinformation

Das hier vorliegende Kräuterbuch geht auf das botanische Kompendium des 17. Jahrhunderts von Johann Christoph Ende zurück und ist mit einzigartigen Illustrationen versehen. Es handelt sich allerdings nicht um die Gesamtausgabe, sondern eine Auswahl aus dem Werk, dessen handgeschriebenes Original in der Staatsbibliothek zu Berlin zu bewundern ist.

Botanische Juwelen

Die im Original abgebildeten Pflanzen wurden aus weißem Papier ausgeschnitten, weswegen das Werk auch bei Liebhabern der filigranen Kunst des historischen Scherenschnitts großes Interesse findet. Insgesamt 215 solcher weißen Scherenschnitte von in- und ausländischen Bäumen, Stauden und Kräutern sind im Original in sehr guter Qualität erhalten. Neben diesen kunstvollen Scherenschnitten befinden sich aber natürlich auf Informationen zum Gebrauch der Pflanzen als Arzneien. Erst 1987, also nach 200 Jahren seiner Niederschrift, wurde das ungewöhnliche Kräuterbuch wiederentdeckt und im Rahmen der Ausstellung „100 botanische Juwelen“ von der Berliner Staatsbibliothek präsentiert. Der Autor stammt laut den Quellen aus dem schlesischen Liegnitz. Er zitiert nicht nur Kollegen seiner Zeit, sondern auch jene aus der Antike, etwa Aristoteles oder Hippokrates u.v.a.m. Den Löwenanteil seiner Kenntnisse bezog er laut Herausgeberin von Tabernaemontanus.

Ratschlag für Studierende

Die Verknüpfung von Medizin und Heilpflanzen gehört wohl zu einer Errungenschaft seiner Zeit, die noch ohne Apotheker auskommen musste. Obwohl es die damals sogar auch schon gab! Das Beschreibungsschema der Pflanzen folgt bei Ende folgenden Kategorien: Gestalt, Zeit, Ort, Pflanzung, Wartung, Temperament, Wirkung, Arznei-Gebrauch. Besondere Erwähnung verdient auch die Tatsache, dass Ende den Tee schon in seinen Kräuteralmanach aufgenommen hatte, obwohl er zu seiner Zeit noch nicht so bekannt war (erste Erwähnung erst 1559, Gian Battista Ramusio). Einen Ratschlag gibt Ende auch den Studierenden: „Die viel Studieren, sollen nicht Zwiebeln eßen, auch die nicht so blöde Augen Augen haben und übelen gehöres sind. Sie blöhen den Leib“(sic). Ein alphabetisches Register beschließt den Band. Und was die Herausgeberin bemerkt, sollten auch wir Leser beachten: Die beschriebenen Pflanzen wachsen fast alle auch heute noch auf Wiesen und Feldern, in Wäldern, an Ufern von Bächen und Flüssen und in den Bergen.(!)

Renate Schipke
Das Kräuterbuch
(Kräuterbuch des Johann Christoph Ende)
Herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Renate Schipke
2021, Hardcover, illustriert, 140 Seiten
ISBN: 978-3-458-20045-1
Insel Verlag

[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2021-05-17)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



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