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Giuseppe Tornatore - Monica Bellucci
Buchinformation
Tornatore, Giuseppe - Monica Bellucci bestellen
Tornatore, Giuseppe:
Monica Bellucci

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(Bücher frei Haus)

„Wir geben uns leidenschaftlich nur dem hin, der in uns Saiten zum Schwingen bringt und es schafft, dass wir uns selbst offenbaren.“ Bellucci selbst kommt natürlich auch zu Wort und sie zeigt gleich zu Beginn sogar zwei Privatfotos von sich, als 13-jähriges Mädchen mit einer Margherite im Haar. Sie habe nie versucht, „jene Vollkommenheit zu erreichen, die das Gesetz der Mode vorschreibt“, auch weil sie nicht glaube, dass wir alle gleich aussehen müssten. Aber schon auf ihren beiden Kindheitsfotos wird ihr persönliches Credo, das eingangs zitiert wurde, augenscheinlich.

Das „Schön“ trägt die 1964 in Città di Castello/Umbrien geborene schon im Namen: Bella! Die Endsilbe –ucci ist ein Affix, es ist wohl ein Vezzeggiativo, also eine Verniedlichungs- oder Verkleinerungsform, Koseform wie „Schönchen“ oder so ähnlich. Giuseppe Tornatore („Cinema Paradiso“, „Der Zauber von Maléna“), der ja eigentlich Filmregisseur ist, hat auch einige Fotos beigesteuert und zu vorliegenden Fotoband das Vorwort geschrieben, denn auch er hält – so wie viele andere Männer und Frauen – Monica Bellucci für die schönste Frau der Welt. Obwohl „die“ Bellucci zweifellos sehr wandlungsfähig sei, könnten auch die besten Fotografen sie nicht verwandeln, denn sie sei und bleibe einfach unvergleichlich „die Bellucci“, schreibt Tornatore. Selbst auf dem Comicstrip des wohl besten italienischen Cartoonisten, Milo Manara, der gleich auf der ersten Buchseite abgebildet ist, erkennt man zweifelsohne die augenscheinlichsten Vorzüge dieser Bellucci, von der hier die Rede ist und die durch die berühmtesten Fotografen in vorliegendem Band abgebildet wird. Manara zeichnet sie als eine Dame aus der Renaissance in einem Palast, mit Blick auf eine typisch umbrische Landschaft, ein Segelboot auf einem Fluss, eine Kulisse, der die Schönheit dieser Frau um nichts nachsteht.

Der wahrliche Fotoreigen wird von Peter Lindbergh eröffnet, der die Bellucci nur mit einem Sessel „bekleidet“ zeigt, sie macht einen eher bestürzten Eindruck, versteckt ihre Brüste oder zieht an einer Zigarette. Lindbergh geht auch ganz nah an sie ran, zeigt ihre makellosen, faltenfreien Augen und diesen unwiderstehlichen schmachtenden Blick, den wohl so manche Männer schon auf sich bezogen haben dürfte, dabei gilt er doch nur der Kamera, dem Spiegel, in dem sich das Modell selbst bewundert ohne dabei vor allen anderen an sich selbst denkt. Bruce Weber wiederum zeigt eine etwas jüngere Bellucci vorrangig in Badeanzügen und Strandposen, aber auch als spanische Principessa oder sollte man sie eher als „Konquistadorin der Herzen“ bezeichnen? Weitere Bilder zeigen die Bellucci auch in ausklappbaren Porträts in S/W etwa von Ruven Avanador, mit gestutzter Mähne und Pagenschnitt, aber dennoch zum Brüllen schön. Auch viele weibliche Fotografinnnen haben die Bellucci für sich inszeniert, darunter Bettine Rheims, oder Isabel Snyder, die die Bellucci mit Schnauz zeigt oder nackt im Sand liegend, dafür streng gekämmt und gebürstet. Die Bellucci liegt in den verschiedensten Posen aber nicht nur an den wohl schönsten Stränden dieser Welt, sondern auch in einem Gänseblümchenfeld, reckelt sich auf einer antiken Sitzbank oder raucht in weißen Leinen liegend mit dem Buch „lust“ von Elfriede Jelinek nackt in einem Hotelbett (Foto: Ellen von Unwerth).

Monica Bellucci gilt sicherlich nicht zu Unrecht als „die“ Italienerin, wie keine andere verkörpert sie ein klassisches Stereotyp der südlichen Schönheit, mit mediterranem Flair, einem Raubtier gleich oder wieder sanft wie ein Lamm. Bellucci beherrscht eben ihr Handwerk nicht nur als Schauspielerin und Model, sondern ganz besonders auch als Frau. Die Liste der weiteren Fotografen mit denen sie zusammengearbeitet hat ist lang und kann auf der Verlagshomepage nachgesehen werden. „Si la vraie Cleopatre avait eu le sex-appeal de Monica Bellucci“, schreibt das Magazin Paris Match über ein Foto der Schönen von Helmut Newton, „sans doute la face du monde aurait-elle été bouleversée“. 2002 spielte sie in „Asterix 2“ die ägyptische Pharaonin und dass der Film ein Erfolg wurde, ist wohl besonders der Bellucci zu verdanken. Sie ist wohl als Kleopatra genauso überzeugend wie als Pharaonin, davon zeigt sich nur Julius Cäsar überzeugt, sondern auch die vielen Fotografen, die die Bellucci nicht nur als ägyptische Königin inszenierten, sondern vor allem auch als sie selbst: die Bellucci.

Giuseppe Tornatore/Monica Kouznetzoff
Monica Bellucci
2011 Schirmer/Mosel

[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2011-03-19)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.


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