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Literaturforum: Unterschätzte Meisterwerke


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Forum > Sonstiges > Unterschätzte Meisterwerke
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 Autor
 Thema: Unterschätzte Meisterwerke
12gagarin
Mitglied

16 Forenbeiträge
seit dem 28.08.2005

Das ist 12gagarin

     
Eröffnungsbeitrag Abgeschickt am: 17.09.2007 um 21:53 Uhr

Es gibt soviele Bücher, die es verdient haben in der Öffentlichkeit gewürdigt zu werden, auch von prominenten Autoren. Mein Vorschlag: Richard Huelsenbeck - Afrika in Sicht, ein brillanter Reisebericht (bei Wolfgang Jess 1928 in Dresden erschienen), mein Geheimtipp für gute Unterhaltung.
Kennt Ihr auch Bücher, die Unrecht vergessen sind?
Ich warte auf Eure Vorschläge!


Gerdian
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annahome
Mitglied

720 Forenbeiträge
seit dem 19.06.2007

Das ist annahome

     
1. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 18.09.2007 um 01:59 Uhr

ich kenne viele bücher, die ungerecht von der öffentlichkeit nicht gewürdigt worden sind. bisher


statt kulturarmut - mut zur stadtkultur
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Matze
Mitglied

719 Forenbeiträge
seit dem 09.04.2006

Das ist Matze

     
2. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 18.09.2007 um 09:37 Uhr

Die Erkenntnisansprüche der Literatur stehen auf dem Spiel, seitdem sie einem Star–System und einem Unterhaltungsprimat unterworfen werden. Kunstansprüche kommen nur noch vor, wenn sie in verkleideter und moderierter Form zugelassen werden, an ungewöhnlichen Orten stattfinden und wenn zur Präsentation bekannte Fernsehstars als Moderatoren aufgeboten werden. Dadurch verschieben sich die Gewichte ins Außerliterarische. Literatur hat nunmehr eine Feigenblattfunktion.

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12gagarin
Mitglied

16 Forenbeiträge
seit dem 28.08.2005

Das ist 12gagarin

     
3. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 18.09.2007 um 10:38 Uhr

Habt Ihr auch Vorschläge, welche Bücher in den Fokus der Öffentlichkeit gehören, zumindestens in dieses Forum? Ach, mich würde noch gerne interessieren, was Euch an diesen Büchern gefällt ...


Gerdian
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Mr-Spock
Mitglied

26 Forenbeiträge
seit dem 12.09.2007

     
4. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 18.09.2007 um 17:19 Uhr

Tja, dazu fällt mir spontan eines meiner Lieblingsbücher ein, für das ich immer nur ein verständnisloses "Häh?" kassiere...
"Quell der Einsamkeit" von Margaret Radclyffe Hall,
1928 erstmals erschienen und wurde fast sofort verboten. War wohl zu tolerant, fortschrittlich und emanzipiert für die damaligen Verhältnisse.
Im Kern geht es dabei um die Problematik der lesbischen Liebe und die Einstellung der Gesellschaft zur Homosexualität und hat in einer prüderen Zeit erstmals einen größeren Teil der Leserschaft mit den bisher von Tabus verschleierten anderen Seiten menschlichen Verhaltens und menschlicher Liebe konfrontiert.
Die Autorin setzt sich gewand, sensibel und mit viel Fingerspitzengefühl mit dem Thema auseinander und das in einer recht sanften und bilderreichen Sprache. Für die heutigen Verhältnisse recht keusch beschrieben, dafür aber eindringlich und gleichzeitig liebevoll.
Jedes Mal, wenn ich dieses Buch wieder zur Hand nehme, fällt mir etwas anderes auf, das ich bislang nicht bemerkt hatte.


Unendliche Mannigfaltigkeit in Unendlicher Kombination
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Mania
Mitglied

467 Forenbeiträge
seit dem 18.11.2005

Das ist Mania

     
5. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 18.09.2007 um 20:11 Uhr

Diese Nachricht wurde von Mania um 20:18:23 am 18.09.2007 editiert

Radclyffe Hall ist nicht unterschätzt oder zumindest zu ihrer Zeit nicht unterschätzt gewesen, sonst hätt e es nicht einen solchen Skandal hervorgerufen. Dieses Werkes und ihrer selbst wegen wurden sogar in mehreren Ländern Gerichtsverhandlungen geführt.
Heutzutage erinnert sich einfach nur kaum jemand an sie, was wirklich sehr schade ist. Oder sagen wir, dass ihr Werk nur noch in einer bestimmten Gesellschaftsschicht bekannt ist. Leider ist Quell der Einsamkeit dann auch das einzig bekannte oder meist bekannte. Ihre anderen Bücher sind auch lesenswert.

Aber als sie z.B. "Adams Breed" schrieb, wurde sie von der damaligen Literaturwelt als Autorin sehr gut bewertet.

Quell der Einsamkeit wurde nicht verboten, weil es fortschrittlich oder emanzipiert war, sondern weil es gegen den Sodomie-Paragraphen verstieß. Ähnliche Schicksale haben anderen Autoren wie Oscar Wilde zu spüren bekommen.

In Deutschland gab es diesen Paragraphen auch, Paragraph 175, der jedoch nur männlichen Bürger die homosexuelle Liebe verbot. Ich weiß nicht., ob es in England nicht beide Geschlechter betraf. Jedoch war damals die bloße Vorstellung, dass Frauen auch eine Sexualität haben irreal. Bis Kinsey kam. Aber das führt hier langsam zu weit.

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