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Literaturforum: Andächtige Verehrung


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Forum > Sonstiges > Andächtige Verehrung
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 Autor
 Thema: Andächtige Verehrung
1943Karl
Mitglied

450 Forenbeiträge
seit dem 24.02.2008

Das ist 1943Karl

     
Eröffnungsbeitrag Abgeschickt am: 20.06.2008 um 19:37 Uhr

Diese Nachricht wurde von 1943Karl um 19:39:00 am 20.06.2008 editiert

Gott ist tot. Es leben die Götter! Fußballgötter, Sexgöttinnen, Götter in Weiß. Oder irdischer: Modezaren, Literaturpäpste, Schützen-, Wein-, Heide- und Kartoffelköniginnen.
Der gewöhnliche Mensch braucht seine Würdenträger, zu denen er bewundernd aufschauen kann.
Folgerichtig setzen auch Autoren bei Lesungen sich und ihre Werke andachtsvoller Verehrung des Publikums aus.
Am Anfang ist das Wort, das salbungsvolle des Veranstalters oder gar ein literaturwissenschaftlicher Vortrag eines selbsternannten Experten, zwischendurch meditatives Gitarrenspiel und im Mittelpunkt stehen die (manchmal eher bescheidenen) Texte, zu denen am Ende das in Ehrfurcht erstarrte Publikum jegliche Aussage verweigert.
Ich gestehe, ich übertreibe. Dennoch gerate ich nicht selten in literarische Kultveranstaltungen, die mich fatal an Gottesdienste erinnern.
Dabei entdeckt selbst die Kirche stets aufs Neue, dass sie Gott und Glauben den Menschen hinausbringen muss.
Zugegeben, die Idee, Literatur im alltäglichen Leben zu präsentieren, ist weder neu noch besonders originell. Den Texten könnte es jedenfalls kaum schaden, die kultischen Rückzugsgebiete zu verlassen und lebendige Literatur als Ge- und Verbrauchstexte dort anzubieten, wo das Leben und die Menschen warten: In Wartezonen von Flughäfen und Bahnhöfen, in Fluren der Arbeitsämter und in Wartezimmern von Arztpraxen, an ungewohnten (wie man zeitgemäß sagt) „locations“, in Fleischereien, Reisebüros oder in der Mittagspause im Bürohochhaus einer Bank oder Versicherung.
Wieso gehen nur Musiker auf die Straße, während Straßenliteraten nahezu unbekannt sind?
Nun gut, viele werden müde lächelnd erwidern, das hätten sie alles schon versucht. Literatur brauche nun einmal erhöhte Aufmerksamkeit. Und die könne man auf der Straße oder im hektischen Alltag kaum erreichen.
Mag sein. Dennoch bleibt die Frage, wie Schreiber ihre mühsam erarbeiteten Texten an die Menschen bringen, die sie lesen und hören wollen sollen.


Bei jedem Irrtum gewinnt die Wahrheit Zeit.
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