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Literaturforum: Topp Killer Spieler


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Forum > Prosa > Topp Killer Spieler
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 Thema: Topp Killer Spieler
michy
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Eröffnungsbeitrag Abgeschickt am: 23.03.2009 um 08:39 Uhr

Topp Killer Spieler
Anfang einer Erzählung


Katzen Spatzen lieben Spatzenkatzen.
Lieben Katzentatzen Katertatzen?, fragte Alice einst.
…and so ditt Ei...

Ich sehe Köpfe. Zwei Stück. Augen hinter Brillen im Nebel. Vernehme Stimmen. An die Brust schlagen von Berggorillas. Dieses aus der vorderen Extremität kommende uah, uah, uah. Höre Trommeln. Sehe Knochen fliegen. Rieche verbranntes Fleisch. Ein Segelschiff mit fünf Masten fliegt vorbei -, hat zwanzig Kanonen an Bord. Oder dreißig - unter sieben Masken.
Masten!, du Scheißkerl. Brüllt Kapitain Kirk.
Ruhe!

„Morgen bekommt er ein neues System“, höre ich einen der Knöpfe unter den Köpfen sagen. Doch warum sagt der jenige über mich ER?, warum nicht SIE ?Sie, Alice?, frage ich mich -, und spule die Zeit um eine Nanosekunde zurück.

„ ...morgen bekommt er ein neues System -, Windox über Linox.“
„Wieso Linox über? Windox? Warum nicht ?Windox ?über Linox?“
„Er verträgt Windox unter Linox nicht einfach so...; wir müssen deswegen Linox vorschalten - und dann...“
„Ist es nicht egal, wenn jemand Windox unter Linox tot ist?“
„Nichts ist egal!, Herr Kollege! Nicht mal Hirntod sein, - wir dienen in erster Linie der - der - Wissenschaft und nicht - nicht ...!“
„Ja, dass weiß ich doch, Herr Professor; bitte vielmals Entschuldigung!“
„Gewährt. Morgen pünktlich um sechs Uhr früh hinten vor der Gedächtniskirche. Sie haben die Wahl der Waffe...!“
Dann höre ich Schritte - die Köpfe sind weg. Regen prasselt. Vor dem Fenster fällt eine fett/blaue Raupe von einem Blatt. Urwaldgeräusche im Granatwerfertakt. Ein Tiger brüllt in sein Handy.

Ehrlich, ich mag brüllende Handys, blaue Tiger, finnische Raupen, fliegendes Urwaldprasseln und fette Leute, die nach Belieben ihren Kopf wie ihre Meinung abgeben nehmen lassen können..., trotzdem, sie hätten mir den USPstick vorsichtiger und besser platzieren müssen - der drückt auf die Nierennerven.

„Ah, er hat ja schon den Stick“, höre ich eine Stimme - weiblich - im Geruch von Dior/Rasant an Nusscreme! Heute trage ich Rock und so weiter!
Stammt alles von Kathrin -; eine der netten hier, schwarz-blond, immer akkurat die rot beglatzten Haare zum Zopf gebunden, ca. 1,70 cm bis 2 m groß, grüne Sommersprossen auch im Winter, - lebt auf den Flughafen Tegel.
Einer der Köpfe von vorhin hat erklärt sie sei neu hier - und Finnin, - und war leitende neprologische Chefärztin im Sozialamt Helsinki; wo immer Tegel liegt.

„Schon Zeitung gelesen?“
Nein, sagt mein kaputtes Windox.
„Auch wenn du nicht antworten kannst“, sagt Kathrin auf finnisch, „wer weiß, was in dir vorgeht...“
Nicht viel, antworte ich in arabisch.
„Sag mal, soll ich dir über den Amokläufer vorlesen? Ich meine -, irgendwie betrifft es ja auch dich...“
Mich?, will ich fragen -, frage auch, und schüttele dabei unabsichtlich heftig meinen USPstick ab.
„ ...oder lieber über den Vater, der seine Frau und seine beiden Kinder erschossen hat?“
Nein, sage ich, ich hasse meinen Vater.

„Sieh mal an“, sagt sie, „ja, der hier könnte echt dein Vater sein... Steht aber kein Name dabei -, nur der Ort passt: Simmsen. Ach, ist auch egal, du weißt ja angeblich von nichts mehr; doch morgen, da bekommst du dein neues System!, da wissen wir mehr, warum und wieso, über Ursachen und so weiter!“
Ja, sage ich freudig, ich bin auch schon gespannt auf die Wirkung!

„Eine Billion Euro kostet der Spaß“, sagt sie im rausgehen, „doch was ist schon Geld gegen Leben und Wahrheit, - stimmt es nicht?“
Ja, sage ich aus Überzeugung, es lohnt sich nicht. Alles!
„Übrigens, Meikel Jackson geht wieder auf Tour“, legt sie am Fenster stehend nach, lächelt, „wenn du dich beeilst, kannst du die alte Plastiknase life hören!“
Ist nicht mein Fall, sage ich, Thriller eventuell..., doch damit hat es sich dann aber auch!
„Ok“, sagt sie, „dann spring ich mal weg.“
Vergiss nicht, das Fester zu schließen!, rufe ich. Scheiße, zu spät...

Und ich frage mich nicht, nicht mehr, ob ich schuld bin -, oder Schuld habe. Nein, ich habe nichts mehr, nicht mal Schuld sein, und hatte die zuvor wohl auch nicht. Kein Bedauern, keinen Kompromiss. Mit -, wäre ich tausend Jahre alt geworden. Und an diesem ’warum nicht’ - ist schon klar - forschen die Leute hier jetzt wie irre -, und ich lasse diese risikofreudigen Twitterblogger auch zu, denn die Nachfrage auf Killerspieler hat sich seit vorgestern verdoppelt. Ist mir zwar eigentlich egal - wer sich den Ast absägt auf dem er sitzt. Denn eigentlich bin ich Nichtraucher und Utopist. Meine Mutter Standesbeamtin. Beides ein einsamer Weg, das. Und grau das Hoffen. Grau.

Man sieht sich, rufe ich Kathrin (ein bisschen spät zwar) nach, IN FINN LAND!, brülle ich deswegen schneller, höher, weiter, BEIM WAL BEISSEN!

Irrsinn, was man heute außer der Tour alles so machen kann, oder? Zum Beispiel Robbenbabys schlachten. Pervers. Echt! Dann lieber Killerspiele spielen. Mit Kathrin. Später.
Nein, JETZT, Pixxel, befiehlt mir Windux. Und zwar sofort!

Es zieht mir im Ohr rechts und links - juckt wie gelber Wüstensand. Und von oben links steigt eine lila Kuh hoch, dann eine zweite, dritte, usw.
„...is cool man“, sagen deren Tittchen prallen Euter, - und tragen einen guten Gruß im Schnabel, „ ...von der Mutter: Kinderschokolade!“

Macht macht glücklich, sage ich zu Vater, der nackt und voll bartig wie einst Vadder Abraham im Handwaschbecken sitzt und eine Perücke von Karl Lagerfeld wäscht. Einen handgeknüpften Schlumpf am Gumpf.
Trägst du immer noch das weiße Zeugs auf Hals und Rücken?
„Mozarts Zopf steht mir, - und die Linox Girls sind ganz verrückt danach“, sagt er, und putz die neun Millimeter Bärretta gleich mit ab.
War Blut dran?
„Nein“, sagt er, „ ...nur Goldstaub, - leider.“
Ein Glück, sage ich, sonst wäre die Pistole bei iBe auf ne Million gestiegen.
„Wie deine Aktien“, grinst er.
Echt, ich hab ihn noch nie so breitarschig grinsen sehen gesehen...
Hast du welche?
„Nein, aber zwei Dutzend Bärretta Bärrettass, alle von dir beschossen!; was meinst du, was die Dinger bringen...“
Nicht mehr als der Jet vom 11. September!
„Glaubst du?“
Well done off Windox, bin ich sicher, - ach, Harvä, mein scheiß weißes Kaninchen.
„Okay“, sagt Vadder und verschwindet mümmelnd im Bau, dass die Röhren der Heizung knacken. Knackten.

Nur eins noch: der direkt hinter der Fußleiste gelegene Eingang zum Kaninchenbau ist ebenerdig wie ein Tunnel, der erst steigt wenn die U-Bahn im freien Fall aufwärst fährt, klar? und dann erst geht es hinter dem Horizont stadteinwärts!

...und ehe Alice den Gedanken hatte sich festzuhalten, fiel sie schon, und wie es sich gehörte, in einen tiefen, tief weich gefrorenen Pixxelhügel aus allerlei Schokoladenüberzug.

Ich beiße gleich ein Stück heraus und beobachte, was vom Sturm übrig bleibt -, es ist ein reversibler Effekt.

„Cerebral Cortex“, sagt man hier.
So was wie Reste von Grütze.
Schmalz, meinte vorhin einer der Köpfe. Herrührend vom Abbau grauer Hirnsubstanz. Und es ist wahr, sein Wissen hat er mit 99 jungen Frauen verglichen, die Jahre wegen der Diagnose Jugendmagersucht stationär mit Drogen behandelt worden waren, die nie unter einer Esseinschlaftstörung gelitten hatten, die keine unregelmäßige Menstruation, usw. hatten, - fast wie ich, dass Geschlechtshormon auf Neufang im Hippocampus. Pures Testosteron mit möglichst plötzlichem Herzstillstand oder Nierenversagen.

„Nun“, fragt mich die Wahrheit, „hast du je einen Spatzen gefressen?“
Fressen denn Spatzen gerne Katzen?
Darauf machte Alice sich auf zum Begriff und verzehrte den Kuchen völlig... and Ei du...!

Neidisch gucken von unten Pinguine, die auf einem Eisbrocken surfen, neben dem die Titanic untergeht. Keiner lacht. Und auch mir ist deren Geruch egal. Yes, Sir ...!


23 märz 2009 michael köhn


www.literatalibre.de
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