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Rezensionen


 
Claudia Roden - Das Buch der jüdischen Küche. Eine Odyssee von Samarkand nach New York
Buchinformation
Roden, Claudia - Das Buch der jüdischen Küche. Eine Odyssee von Samarkand nach New York bestellen
Roden, Claudia:
Das Buch der jüdischen
Küche. Eine Odyssee von
Samarkand nach New York

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(Bücher frei Haus)

„Die Wohnung war stets erfüllt vom Klang des metallenen Stößels im Mörser, wo Fleisch und Weizen zerkleinert wurden. Es roch nach Minze und Gewürzen und brutzelndem Lamm, nach Tamarinde und Orangenblüte.“, schreibt Claudia Roden und breitet ein Kaleidoskop der Sprachen, Kulturen und kulinarischen Delikatessen in ihrem Vorwort aus, das einem tatsächlich das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. Ihre Zeit mit ihren Eltern in Kairo beschreibt sie mit einem Zitat ihres Vaters: „Wir verbrachten unsere Zeit auf dem Balkon und plauderten mit den Vorübergehenden. Die Männer gingen zur Arbeit, die Frauen bereiteten das Essen zu.“ und wer wäre nicht neidisch auf so ein Familienleben voller Harmonie und klarer Kompetenzbereiche? Die Frauen arbeiteten natürlich nicht nur in der Küche, ihre Mutter zum Beispiel unterrichtete auch an der Schule und hatte ein Stipendium gewonnen für ihr fleißiges Studium. „Hinter jedem Rezept steht die Geschichte regionaler Traditionen und des Alltagslebens in weit entfernten Städten und Dörfern. Es ist ein romantisches und nostalgisches Thema, das eine verschwundene Welt auferstehen lässt.“, so die Autorin selbst im Vorwort.
Natürlich gebe es kein „jüdisches Essen“ schlechthin, erklärt die Autorin, auch Ferdinand Braudel habe in „The Mediterrenean“ über die “jüdische Zivilisation“ gesagt, dass sie in ihren Ausprägungen zu individualistisch sei, um als solche überhaupt erkannt zu werden. Natürlich ist allen Rezepten gemein, dass Milch- und Fleischprodukte nicht gemischt werden dürfen und kein Schweinefleisch verwendet wird. Aber das Essen drehte sich immer um die jüdischen Feiertage, den Sabbat oder andere religiöse Feste. Eintöpfe zum Beispiel wurden deswegen erfunden, weil am Sabbat ja nicht gearbeitet werden durfte und das bedingt natürlich auch, dass es eine Reihe kalter Gerichte wie „Gefilte Fisch“ – das bekannteste typisch jüdische Gericht – gibt. Die speziellen Mischformen der jüdischen Küche wiederum entstanden durch die Diaspora, denn oft waren Juden gezwungen, zu migrieren oder sie betrieben ohnehin grenzüberschreitenden Handel, der sie mit anderen Gerichten bekannt machte.
„Die jüdische Geschichte umfasst mehr als 3000 Jahre und erstreckt sich über die meisten Gebiete der Erde. Dennoch repräsentiert jedes Gericht eine einzigartige historische Erfahrung an einem spezifischen geografischen Standort.“, so die Autorin. Durch die Speisen werde aber auch die Verbindung zur Vergangenheit behalten und eine Kontinuität hergestellt, genauso wie durch Kleidung, Musik und Sprache. Neben einer Einführung in die jüdischen Feiertage und andere interessante Artikel über die Geschichte der Juden in Europa und der Welt, werden auch bestimmte Kochstile identifiziert und erklärt. Der Rezeptteil umfasst fast 500 Seiten und bietet von Vorspeisen und Salaten auch Sauerkraut, Blinsen, Couscous und viele andere Rezepte mehr.

Claudia Roden
Das Buch der jüdischen Küche
Eine Odyssee von Samarkand nach New York
Aus dem Englischen von Margot Fischer
mandelbaum verlag

[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2015-03-10)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.


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