
|
Archiv klassischer Werke


| |
Abendständchen Joseph von Eichendorff
Schlafe, Liebchen, weil's auf Erden
Nun so still und seltsam wird!
Oben gehn die goldnen Herden,
Für uns alle wacht der Hirt.
In der Ferne ziehn Gewitter;
Einsam auf dem Schifflein schwank,
Greif ich draußen in die Zither,
Weil mir gar so schwül und bang.
Schlingend sich an Bäum und Zweigen,
In dein stilles Kämmerlein
Wie auf goldnen Leitern steigen
Diese Töne aus und ein.
Und ein wunderschöner Knabe
Schifft hoch über Tal und Kluft,
Rührt mit seinem goldnen Stabe
Säuselnd in der lauen Luft.
Und in wunderbaren Weisen
Singt er ein uraltes Lied,
Das in linden Zauberkreisen
Hinter seinem Schifflein zieht.
Ach, den süßen Klang verführet
Weit der buhlerische Wind,
Und durch Schloß und Wand ihn spüret
Träumend jedes schöne Kind.
versalia.de empfiehlt folgendes Buch: von Eichendorff, Joseph - Gedichte.
Hinweis: Sollte der obenstehende
Text wider unseres Wissens nicht frei von Urheberrechten sein,
bitten wir Sie, uns umgehend darüber zu informieren. Wir werden ihn
dann unverzüglich entfernen.
|
|
|
|