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Rezensionen


 
Fritz Lang - M – Eine Stadt sucht einen Mörder
Buchinformation

Zum 90-jährigem Jubiläum von Fritz Langs erstem Tonfilm M – EINE STADT SUCHT EINEN MÖRDER erscheint bei Atlas Film ein Mediabook, eine DVD und eine BluRay. Das Meisterwerk der Weimarer Republik zeigt Peter Lorre als psychopathischen Kindermörder und hat aufgrund seiner Entstehungszeit (1931), kurz vor dem Machtantritt der Nazis in Deutschland, eine ganz besondere Rezeption erfahren.

M: ein politischer Film?

Der Film wurde im Juli 1934 – nach der nationalsozialistischen Machtübernahme – verboten. Jedoch wird er in dem propagandistischen Machwerk des NS-Regimes zitiert - Der ewige Jude (1940) – ganz so als wäre Peter Lorre kein Schauspieler, sondern wirklich der Kindermörder. Wegen seiner zweideutigen Stellungnahme zur Todesstrafe wurde „M“ zunächst sogar von den Nazis für sich reklamiert und Goebbels hoffte – in einem Tagebucheintrag – dass Fritz Lang einmal „unser Regisseur“ werden würde. Jedoch hatte der Arbeitstitel des Films (M – Mörder unter uns) zunächst als eindeutige Stellungnahme gegen die Nazis gegolten. „Mörder“ kann ja durchaus auch als Plural gelesen werden. Nationalsozialistische Arbeiter des Studios Staaken bei Berlin hatten sich zunächst geweigert einem Film dieses Titels dienlich zu sein. Aber ganz abgesehen von seinem politischen oder unpolitischen Gehalt gilt M – EINE STADT SUCHT EINEN MÖRDER heute als Meisterwerk seines Genres und als sechswichtigster Film der deutschen Kinematographie (so eine1995 durchgeführte Umfrage unter Fachleuten und Filmkritikern anlässlich des 100. Geburtstages der Kinematographie mit dem Titel „Die 100 wichtigsten deutschen Filme“.

Tribunal der Stärkeren

Der Inhalt: Kommissar Lohmann versucht verzweifelt den Kindermörder zu finden, der bereits acht Kinder auf dem Gewissen hat. Die Presse berichtet ununterbrochen über den Fall und sogar die Bevölkerung wird zur Mithilfe bei der Suche aufgerufen. Doch Lohmann bekommt unterwartete Schützenhilfe von der Unterwelt. Der sog. Schränker, der stets mit Lederhandschuhen und einem Stock auftritt, versammelt die Bosse des organisierten Verbrechens um sich und hat seine eigene Strategie den Mörder zu fassen. Doch dann ist es ausgerechnet ein blinder Luftballonverkäufer, der den Mörder an seinem Pfeifen erkennt. Denn immer wenn ein Verbrechen passiert, ertönt die Melodie aus Edvard Griegs Orchestermusik „Peer Gynt“ mit dem unheilschwangeren Titel „In der Halle des Bergkönigs“. Die Jagd nach dem Mörder wird zu einer Hetzjagd, die in einer absurden Gerichtsverhandlung vor den Ganoven der Stadt kulminiert und filmisch meisterhaft verdichtet wird. Der Film wurde 2001 in Zusammenarbeit mit dem Bundesarchiv, der Cinémathèque Suisse, KirchMedia und ZDF/Arte vom Nederlands Filmmuseum restauriert und 2011 von TLE Films zum 80. Jahrestag digitalisiert. Als limitiertes, hochwertig gestaltetes Mediabook inkl. DVD und Blu-ray oder als DVD und Blu-ray mit Booklet bei Atlas Film erschienen, mit Fritz Langs restauriertem Film und Bonusmaterial sowie einem Booklet mit Hintergrundinformationen zum Film ist es nun überall erhältlich. Das Cover der Filme ist dem Originalplakat des Kinostarts vom 11. Mai 1931 nachempfunden.

Fritz Lang
M – Eine Stadt sucht einen Mörder
Deutschland 1931/2021, FSK: 12, Laufzeit DVD / BD 107 Min. / 112 Min.
Bonusmaterial: Umfangreiches, 12-seitiges Booklet mit historischen
Dokumenten und Informationen zur Geschichte des Films; Dia-Show mit Archivmaterial
Mit: Peter Lorre (Hans Beckert), Gustaf Gründgens (Schänker), Theo Lingen
(Bauernfänger), Otto Wernicker (Kriminalkommissar Karl Lohmann),
Theodor Loos (Kriminalkommissar Groeber), Inge Landgut (Elsie
Beckmann), Ellen Widmann (Mutter Beckmann), Ernst Stahl-Nachbaur
(Polizeipräsident), Georg John (blinder Ballonverkäufer), Rudolf Blümner
(Beckerts Verteidiger), Paul Mederow (Staatsanwalt), Hadrian Maria
Netto (Polizeihauptmann), uvm.
Nero-Film AG/ Atlas Film GmbH

[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2021-04-19)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



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