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Rezensionen


 
Uli Oesterle - Vatermilch: Die Irrfahrten des Rufus Himmelstoss
Buchinformation

Die auf vier Bücher anglegete „Irrfahrt des Rufus Himmelstoss“ legt schon im ersten Band die Latte hoch. Schließlich geht es um nichts Geringeres als das Verhältnis von Vätern und Söhnen, das bekanntlich kein leichtes ist. Graphisch wird schon auf der ersten Seite (oder auch am Cover) klar, dass Oesterle sein Handwerk versteht. Kein Wunder ist Oesterle doch schon seit den frühen Neunzigern in diesem Genre tätig und wurde für sein Debütalbum Schläfenlappenphantasien im Jahr 2000 auf dem Internationalen Comic-Salon Erlangen für den „Max und Moritz“-Preis nominiert.

Preisgekrönte Vater Sohn Geschichte


Aber zurück zu Rufus (nomen est omen?) Himmelstoss. Seine Geschichte beginnt bei im München des Jahres 1975: Disko, freie Liebe, Kokain- und Champagnerexzesse. Aber als er im Suff einen Verkehrsunfall verursacht, bei dem eine junge Mutter und ihre beiden Kinder sterben, geht er im Obdachlosenmilieu auf Tauchstation. Doch wie lange kann man sich vor seinem Schicksal verstecken, noch dazu im Zeitalter von „Schuld und Sühne“? Der egozentrische Frauenheld lebt konsequent u?ber seine Verhältnisse und will von Verantwortung nichts wissen, doch der von ihm verursachte Autounfall gibt ihm dann doch zu denken, auch wenn es vorerst nur darum geht, sich vor dem Strafvollzug, der Sühne, zu drücken. Neben der Zeitebene von 1975 spielt die wunderbar gearbeitete Graphic Novel auch im Jahre 2005. Der Sohn von Rufus (nomen est omen?) Himmelstoss macht sich auf die Suche nach seinem verschollenen Erzeuger und findet doch nur mehr seine Leiche vor. Keine Antworten also auf seine Fragen?

Korsakow lässt grüßen


„Vatermilch ist für mich eine Erzählung über schwierige Vater-Sohn-Beziehungen und Wiedergutmachung“, schreibt der Autor und Zeichner im Nachwort zum ersten – hier exklusiv vorliegenden – Band über seinen Vater. „Sie dokumentiert die fiktive Biografie meines Vater und mir selbst. Im Nachhinein betrachtet war dies sicherlich mein Versuch, ein besseres Vatermodell zu erschaffen, als es mein alter Herr je zu sein vermochte.“ Uli Oesterle verknüpft gekonnt Facts mit Fiction und schafft so eine Graphic Faction Novel, die schon nach der Lektüre des ersten Bandes so viel Spannung erzeugt, dass man die weiteren Bände heute schon vorbestellen möchte.

Uli Oesterle erhielt für die Einzelveröffentlichung des ersten Kapitels von Hector Umbra 2004 u.a. eine Nominierung beim Comic-Festival im französischen Angoulême und den „ICOM Independent Comic Preis“. Seine Arbeiten wurden bisher in fünf Sprachen übertragen. 2016 erhält er den mit 15.000 EUR dotierten Comicbuchpreis der Berthold-Leibinger-Stiftung für sein Projekt „Vatermilch“, das bei Carlsen erscheint. Uli Oesterle lebt und arbeitet in München.

Uli Oesterle
Vatermilch: Die Irrfahrten des Rufus Himmelstoss (Vatermilch 1) (Hardcover)
Graphic Novel
2020, Hardcover, 128 Seiten, ab 14 Jahren
D: 20,00 € A: 20,60 €
Größe: 20,10 x 27,10 cm
ISBN: 978-3-551-71158-8
Carlsen Verlag

[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2020-08-04)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



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