Biographien Rezensionen Diskutieren im versalia-Forum Das versalia.de-Rundschreiben abonnieren Service für Netzmeister Lesen im Archiv klassischer Werke Ihre kostenlose Netzbibliothek

 



Save Ukraine!
Save Ukraine!


Amnesty International

Love all Animals

Literaturforum: Vladimir Nabokov - Das Bastardzeichen


Aktuelle Zeit: 13.12.2019 - 11:04:16
Hallo Gast, Sie sind nicht eingeloggt!
Suche | Mitglieder | Neu | Statistik

Forum > Rezensionen > Vladimir Nabokov - Das Bastardzeichen
Seite: 1
[ - Beantworten - ] [ - Drucken - ]
 Autor
 Thema: Vladimir Nabokov - Das Bastardzeichen
Kenon
Mitglied

902 Forenbeiträge
seit dem 02.07.2001

Das ist Kenon

     
Eröffnungsbeitrag Abgeschickt am: 04.04.2005 um 00:55 Uhr

Ein Roman und seine drei Helden: Paduk, die unmenschliche Kröte und Krug, der Philosophieprofessor, Nabokov, der Schriftsteller, welcher die beiden erstgenannten Figuren auf seinem literarischen Schachbrett mit dem Namen "Das Bastardzeichen" gegeneinander antreten lässt. Auf dem Feld herrscht eine junge absurde Diktatur, der fiktive Ekwilismus bildet ihre ideologische Basis, die Kröte ist ihr Führer, sie ordnet die Figuren auf dem Brett, nimmt die störenden fort. Krug wird vor die Wahl gestellt: Er kann sich an das neue System anpassen und seine alten Schriften entsprechend "revidieren" oder man nimmt auch ihn vom Feld. Krug bleibt standhaft, unterwirft sich nicht seinem einstigen von allen gehänselten Schulkameraden Paduk. Die Moral siegt, auch wenn ihr Träger ihretwegen auf das eigene Leben verzichten muss...

Bolschewismus, Faschismus - die totalitären Systeme des 20.Jahrhunderts haben viele Namen. Ihre Gemeinsamkeiten werden von Nabokov aufgezeigt: die geistige Gleichschaltung, die ideellen Menschenopfer. Ihnen entgegen stellt Nabokov sein Buch. Es ist das Produkt einer weisen, künstlerischen und damit positiven Diktatur, die sich selbst alle möglichen Freiheiten zugesteht: Sprachakrobatik in den verschiedensten fremden Zungen, feine Anspielungen, die sich oft erst durch das Vorwort oder die Anmerkungen erschließen, absichtliche Verwirrspiele mit dem Leser, das Einbinden von Themen, die scheinbar nichts mit dem Romanstoff an sich zu tun haben (Hamlet).

Nabokov hätte sein Buch im Jahre 1948 gern im US-amerikanischen Reedukationsprogramm für Deutschland eingesetzt gesehen, aber dafür ist es sicherlich nicht geradlinig genug gewesen. Wer die Masse erreichen will, muss ihre Sprache sprechen.

"Das Bastardzeichen" ist ein Denkmal für den unbeugbaren Widerstand, das wir auch und gerade in unserer Zeit als Mahnung nehmen sollten, denn die moderne allgewaltige Diktatur des Leistungsprinzips in sämtlichen Bereichen des Lebens fordert tagtäglich unsinnige Menschenopfer, kaum einer ist nicht zum opportunistischen, systemtragenden Gebückten geworden: Alle gegen alle und jeder gegen jeden, die Hoffnung auf einen persönlichen Vorteil gegenüber den Mitmenschen treibt uns an.

Profil Homepage von Kenon besuchen Nachricht senden Zitat
Seite: 1
[ - Beantworten - ] [ - Drucken - ]
Forum > Rezensionen > Vladimir Nabokov - Das Bastardzeichen


  Ähnliche Beiträge
Gestartet von
Antworten Letzter Beitrag
Vladimir Nabokov - Einladung zur Enthauptung
Kenon
0 06.08.2005 um 10:12 Uhr
von Kenon


Sie möchten hier mitdiskutieren? Dann registrieren Sie sich bitte.


-> Weitere Bücher von Vladimir Nabokov


Anmelden
Benutzername

Passwort

Eingeloggt bleiben

Neu registrieren?
Passwort vergessen?

Neues aus dem Forum


Gedichte von Georg Trakl

Verweise
> Unser Buchladen
> Lyrikband seelengruende
> Neue Gedichte: fahnenrost
> Kunstportal xarto.com
> Literatur





Das Fliegende Spaghettimonster

netzbibliothek | Anti-Literatur | Datenschutz | Topliste | FAQ | Impressum | Rechtliches | Partnerseiten | Seite empfehlen | Schlesien | RSS

Systementwurf und -programmierung von zerovision.de

© 2001-2019 by Arne-Wigand Baganz

v_v3.31 erstellte diese Seite in 0.035071 sek.