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Literaturforum: Woyzeck


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Forum > Lesesaal > Woyzeck
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 Autor
 Thema: Woyzeck
Ragna
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Eröffnungsbeitrag Abgeschickt am: 11.06.2008 um 19:45 Uhr

Ich habe grade Woyzeck von Georg Büchner gelesen und muss gestehen, dass mir sowohl die Handlung als auch die Figuren ziemlich flach erscheinen.
Ich habe schon so oft darüber gelesen und gehört und bin nun etwas enttäuscht. Liegt es an mir oder fehlt der Tiefgang?
Würde mich über eine Gegenmeinung freuen, die mir doch noch das Geniale daran aufzeigt.

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Mania
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1. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 11.06.2008 um 21:46 Uhr

Diese Nachricht wurde von Mania um 21:50:08 am 11.06.2008 editiert

Vielleicht liegt es eventuell daran, dass Woyzeck nie fertig geworden ist. Vielleicht sollte man bei diesem Fragment eher den zeitgeschichtlichen Kontext betrachten, der lauten könnte: die frührealistische Auseinandersetzung mit Gesellschaftsverhältnissen. Oder man betrachtet es auch nur als unfertige Adaption einer wahren Geschichte. Dann lässt die Enttäuschung vielleicht nach.

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LX.C
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2. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 11.06.2008 um 22:32 Uhr

Eigenartig. Das ging mir anfangs auch so. Dieses Forum müsste noch Zeuge davon sein. Und inzwischen mag ich dieses Stück sehr. Drei Mal gelesen, ein Mal als Theaterstück gesehen. Ich empfehle dir, lies das Drama ein zweites Mal, vielleicht auch eine andere Version, es gibt mehrere. Nimm dir Zeit als BeobachterIn in Woyzecks Welt einzutauchen, dann wirst du vielleicht feststellen, dass nicht das Drama flach, sondern die Welt, in die Woyzeck hineingeboren wurde, eine gefühlsmäßig reduzierte und oberflächlich ist. Alle trampeln auf dieser armen Seele rum und er ist ganz dem Naturalismus eigen (der damals noch nicht existierte, aber Büchner war seiner Zeit voraus) dieser Welt ausgeliefert und in seinem Milieu gefangen. Die Überspannung der Woyzeckchen Seele, jeder Mensch kommt irgendwann an seine Grenzen, wenn er sich aus einem immer schneller drehenden "Hamsterrad" nicht befreien kann, endet im Wahnsinn und Eklat als Fluchtversuch und Ventil.


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Ragna
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3. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 12.06.2008 um 00:11 Uhr

Ich habe mir schon gedacht, dass ich eine Antwort bezüglich der Unvollständigkeit (die ich bedauere, weil der Stoff viele Möglichkeiten bietet) bekomme. Also ist Woyzeck lediglich als historisches Dokument zu betrachten? Aber reicht das?
Den Tipp mit den anderen Versionen werde ich mir zu Herzen nehmen und hoffe das ich so meine Enttäuschung mildern kann. Im Moment ist der Doctor mein einziger Lichtblick.

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LX.C
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4. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 12.06.2008 um 00:33 Uhr

Ausgerechnet der Doctor? Ein Lichtblick? Wieso das?


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Ragna
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5. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 12.06.2008 um 01:24 Uhr

Witzig, einfach nur witzig der Charakter.
Total irre natürlich, aber wie der herumwuselt, ich kann es mir vorstellen. Der einzige, den ich mir gut vorstellen kann in dem ganzen Stück.
Der einzige Charakter, der ein Profil hat und nicht bloß leere Worthülsen ist.

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LX.C
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6. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 12.06.2008 um 20:48 Uhr

Diese Nachricht wurde von LX.C um 20:48:46 am 12.06.2008 editiert

Der Docktor ist ein exemplarischer Charakter, der, der eigentlich am ehesten für den Menschen da sein sollte, nutzt diesen schamlos für seinen Ruhm aus. Nicht mal für die menschlichsten Bedürfnisse hat dieser Arzt Verständnis. Vergiss den Docktor.

Obgleich er mich im Theaterstück, schauspielerisch, auch am meisten begeistert hat. Wahrscheinlich kann man an der Figur des Docktors so richtig schon das Egoschwein raushängen lassen.


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Ragna
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7. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 12.06.2008 um 22:21 Uhr

Wieso soll ich den Doctor vergessen?
Würde er mir als Mensch im realen Leben begegnen, ich würde ihn verachten. Aber als Figur in einem Drama ist er interessant.
Grade das er keinen Respekt vor menschlichen Bedürfnissen hat, grade das er Woyzeck vorführt wie ein Tier macht ihn so interessant. Er ist in dem Sinne ein Lichtblick für mich, als dass er die einzige Figur ist, die belebt wurde.

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LX.C
Mitglied

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Das ist LX.C

     
8. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 12.06.2008 um 22:30 Uhr

Schon besser, die Begründung.


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Matze
Mitglied

707 Forenbeiträge
seit dem 09.04.2006

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9. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 13.06.2008 um 10:20 Uhr

Zitat:

IWürde mich über eine Gegenmeinung freuen, die mir doch noch das Geniale daran aufzeigt.

Die Opernfassung von Alban Berg hören.


Ich bin ein Amateur, weil in dem Wort Amateur das Wort Amour steckt.
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