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Literaturforum: Sterbend an Weihnachten


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Forum > Prosa > Sterbend an Weihnachten
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 Thema: Sterbend an Weihnachten
michy
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Eröffnungsbeitrag Abgeschickt am: 27.12.2008 um 16:50 Uhr

Diese Nachricht wurde von michy um 16:52:51 am 27.12.2008 editiert

Commando 52 - aus ´Söldner´

Ich liege auf dem Rücken, der Jeep hängt schräg über mir. Und ob man es glaubt oder nicht, eines der Räder vom Willi dreht sich mindestens noch eine halbe Stunde lang.
Mir läuft derweilen Eiter mit Öl und Blut vermischt über die Nase in den Mund. Und Müller brüllt was von ’wir holen euch da raus’. Und ich denke, dass ich bis dahin tot bin, denn der Eiter wie das Öl mit Blut schmecken nach faulen Eiern und löschen schon überhaupt nicht meinen Durst, - und am Jeep schmurgelt Gummi.

Doch nicht wegen dem altem Eiter liege ich hier, dem schmurgelnden Gummi, sondern weil mich eine Kugel in die linke Schulter getroffen hat -, die andere am Kopf vorbei geschrammt ist - und dabei eine alte Wunde aufriss -, ich Sekunden ohnmächtig geworden das Steuer vom Jeep verriss und voll in ein Wasserloch bretterte.

’Habt ihr mich gehört?’, brüllt Müller wieder, ’wir holen euch - wenn es dunkel ist!’
Ich taste mit der rechten Hand zum Maschinengewehr am Jeep, stelle mit dem Daumen auf Einzelfeuer, um Munition zu sparen - man weiß ja nie -, und schieße zur Bestätigung zwei Mal in die Luft.
Lucille, der neben mir liegt, geht das alles nichts mehr an, - er ist tot. Kopfschuss.
Das blöde dabei ist, dass er halb in das Wasserloch gefallen ist - und ich daraus trinken muss, denn mein Durst ist mörderisch und auch sein Blut (dass auf dem Wasser oben schwimmt - muss vom Alkohol kommen, oder?) kann mich nicht vom Trinken abhalten, - als ich mich vom Rücken auf den Bauch wälze, um mit der einen Hand Wasser zu schöpfen, dass ich zuvor mit der anderen mühsam und unter Schmerzen vom geronnenen Blut befreit habe.
Doch was erklärt das alles schon?
Dass der Mensch ein Tier ist?
Dass ich Söldner bin - und mit dem Töten von Menschen mein Geld verdiene?
Nein, nichts erklärt das!

Irgendwann später werde ich mit dem Spruch antworten, dass ich jung war... Und dass Müller mich mit einem Batzen Geld überredet hat.
Müller, der den Kongo aufräumte. Und ich mit ihm.
Und das es, als ich verwundet da lag, Weihnachten 1964 war. Oder kurz davor, oder danach, - wenn überhaupt. Und dass es um Öl geht und ging - und um Macht. Um Wirtschaft und Politik, die mit dem Tod bezahlt wird - und nichts weiter; so wie heute - an Weihnachten 2008 -, während ich auf dem Sofa sitze...


© 26. dez. 2008 michael köhn


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