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Literaturforum: Gestank macht krank


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Forum > Lyrik > Gestank macht krank
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 Autor
 Thema: Gestank macht krank
avor
Mitglied

8 Forenbeiträge
seit dem 07.11.2014

     
Eröffnungsbeitrag Abgeschickt am: 21.11.2014 um 11:44 Uhr

Unsere Katze fühlt sich nicht gesund,
wenn sich ihr nähert Nachbars Hund.
Der fragt: „Warum machst du, blöde Katze
immer wenn ich komme eine Fratze?“
Die Katze faucht ihn an vor Wut,
dass sie blöd ist findet sie nicht gut.
Kampfes-lustig hebt sie ihre Tatzen,
dem Hundesohn die Fresse zu zerkratzen.
Der jedoch erkennt die Deutlichkeit der Mahnung
und beschließt, zu flieh´n in böser Ahnung.

Die Mieze gibt´s ihm noch zu seiner Klarheit
und sagt dem Köter unverblümt die Wahrheit,
weil der nun endlich wissen muss,
was ihr bereitet Abscheu und Verdruss:
„Du Feigling ergreifst vor mir die Flucht?
Spross einer edlen Rasse mit bester Zucht?
Du bist ein Schwein und stinkst zum Himmel!
Die Genitalien sind überzogen mit Schimmel,
dein Fell ist ungepflegt und voller Läuse.
Pfui Teufel! - Warum sind es keine Mäuse?“

In den Nachbarhäusern stinkt es auch,
die Katze weiß, es ist dort Brauch,
dass nicht nur aus der Küche
kommen angenehme Wohlgerüche.
Tierisch normal, im wahrsten Sinne des Wortes
meist entsteht Gestank auch anderen Ortes:
Ein Stinktier reißt das Fenster auf vor Wut
und schreit hinaus:“Hier stinkt es mir!“
Der Nachbar ruft: „Dir geht’s doch gut,
du bist allein, wir sind hier vier.

Walter Gaubatz (Avor)

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KlausMattes
Mitglied

15 Forenbeiträge
seit dem 28.09.2014

Das ist KlausMattes

     
1. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 23.11.2014 um 15:58 Uhr

Ein oft bemerktes Charakteristikum komischer Lyrik von Laien ist, dass sie sprachlich schlampig gearbeitet ist. "Wo es doch so gar nicht ernst ist, braucht es natürlich nicht penibel ausgearbeitet sein", scheint uns der Dichter zuzuzwinkern.

So wechseln sich in diesem Text ständig zwei völlig unvereinbare Sprachniveaus ab, eine lässige Gegenwartsumgangssprache und eine längst historische gewordene "vornehme" Lyriksprache.

Zitat:

du, blöde Katze
dass sie blöd ist findet sie nicht gut
Die Mieze gibt´s ihm
die Fresse
dem Köter
Du bist ein Schwein
Ein Stinktier
“Hier stinkt es mir!“


Zitat:

die Deutlichkeit der Mahnung
bereitet Abscheu und Verdruss
Spross einer edlen Rasse
auch anderen Ortes

Man wird dergleichen sicher machen dürfen, wenn eben dieses das komische Thema eines Textes ist. So zum Beispiel Heinz Erhardt, der eine historische Ritterballade in einer zeitgenössischen Alberei enden lässt. Aber dass bei diesem Gedicht das unverhältnismäßige Verwechseln von Stilistik die Hauptsache wäre, kann ja wohl niemand meinen.

Schlagen wir noch mal nach bei Wilhelm Busch, Tucholsky, Kästner, Gernhardt: Arbeiten die sprachlich wurschtig oder sprachlich höchst exakt und unnachgiebig beim Qualitätsempfinden?

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avor
Mitglied

8 Forenbeiträge
seit dem 07.11.2014

     
2. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 24.11.2014 um 12:40 Uhr

Danke Klaus für die Nachhilfe, die mir aber nicht die wirkliche Erleuchtung bringen konnte, Ja, ich bin ein Laie und kein berufsmäßig ausgebildeter Dichter, der bedacht ist, unsere schöne Sprache sauber zu halten und sie auch stilistisch einwandfrei zu gebrauchen Wann und wo hätte ich das lernen sollen bei einem mehr als ausgefüllten Berufsleben , das mir nur wenig Zeit ließ, mich mit Literatur zu beschäftigen. Ein Gymnasium oder gar eine Hochschule habe ich als Kriegskind nie von innen sehen können, allenfalls beim Wiederaufbau nach dem Krieg. Wer lernen wollte, für den gab es später Gelegenheiten, schulische Defizite wenigstens teilweise auszugleichen.

Auch das Leben kann ein guter Lehrmeister sein, wenn man Augen und Ohren offen hält, wobei man auch eigene Fähigkeiten entdecken kann. Als Kind schrieb ich schon verrückte Verse, um andere, sogar auch den Deutschlehrer zum Lachen zu bringen, und das im Krieg. Ich liebe das Lachen, Selbstmitleid oder Langeweile sind auch in schweren Zeiten keine guten Ratgeber. Ist es denn wirklich so schlimm, wenn Verse, die aus dem Bauch kommen, den üblichen literarischen Ansprüchen nicht gerecht werden? Wer kennt sich in den Höhen der gehobenen Literaturkultur schon aus in einer Zeit, in der wir selbst unsere Sprache verunstalten und verfremden, weil es zur Mode geworden ist? Es ist meine eigene Art zu schreiben weil ich will, dass der Sinn von jedermann verstanden wird. Dennoch bin ich offen für jede Art von konstruktiver Kritik. Ein Beispiel, wie man das wegen unterschiedlicher Stilrichtungen kritisierte Machwerk aus der Banalität herausheben und zu einem literarischen Meisterwerk machen könnte, wäre mir schon sehr hilfreich. Man lernt ja nie aus, besonders wenn der Rat von wirklichen Fachleuten kommt. Es ist gut zu wissen, dass es noch Leute gibt, die unsere reiche und schöne Sprache sauber halten wollen.

Walter Gaubatz (Avor)

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