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Literaturforum: Im Zeichen der Distel


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Forum > Politik & Gesellschaft > Im Zeichen der Distel
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 Thema: Im Zeichen der Distel
Kenon
Mitglied

969 Forenbeiträge
seit dem 02.07.2001

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Eröffnungsbeitrag Abgeschickt am: 05.06.2020 um 00:17 Uhr

Wir leben in seltsamen Zeiten, die die meisten (also die ehrlichen außer Bill Gates) so nicht vorhergesehen haben. Wir können an unserer Wahrnehmung zweifeln: Sehen wir Dinge anders, weil sich die Umstände geändert haben, oder sind die Dinge wirklich anders? Aus der menschlichen Perspektive ist es eigentlich egal, aber wir sind ja zu wissenschaftlich denkenden Bürgern erzogen worden. Wir dürfen und müssen an unserer Wahrnehmung zweifeln und suchen deswegen nach der objektiven Wahrheit, die es natürlich gar nicht gibt. Ich frage mich zum Beispiel, warum in Berlin jetzt plötzlich so riesige Disteln wachsen. Wirklich enorme Disteln, ungeheuer hohe Disteln, nahezu Monster pflanzlicher Art, die mit ihren waffenartigen Stachelblättern feist herumstehen, um Dich oder Dich oder Dich zu töten, zum Beispiel an gerölligen S-Bahn-Dämmen. Mag sein, dass sie in den letzten Jahren auch schon alle da waren; für mich sind sie vollkommen neu. Die Disteln in meiner Kindheit waren viel kleiner, zwar auch stachelig, aber ich lebte ja damals gar nicht in der Hauptstadt. Also, Ihr fiesen Berliner Hauptstadt-Disteln: Seid Ihr jetzt neu oder ist es nur neu, dass ich Euch bemerke, weil ich früher mit anderen Dingen beschäftigt war? Eine Antwort wird von ihnen nicht kommen, und so obsiegt meine Einbildung: Ja, diese Monster-Disteln sind eine Nebenerscheinung der Corona-Krise. Sie werden irgendwie von der saubereren Luft und der Stille am Himmel profitiert haben und davon, dass die Menschen andere Angelegenheiten in den letzten Wochen für wichtiger erachtet haben, zum Beispiel das Horten von Mehl- und Nudelpackungen und das Verbleiben in den eigenen vier Wänden.
Ist das jetzt bereits eine Verschwörungstheorie oder noch meine persönliche Dummheit? Da ich sehr wenig weiss, weiss ich auch das nicht. Kein Grund zum Traurigsein. Ich bin ja ein fröhlicher Mensch.

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Itzikuo_Peng
Mitglied

168 Forenbeiträge
seit dem 08.01.2011

Das ist Itzikuo_Peng

     
1. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 05.06.2020 um 07:06 Uhr

Toller Titel, super Text. Ähnlich auch meine Wahrnehmung hier in meiner Stadt. Viele Anlagen nicht bunt-blumig wie noch in den Vorjahren, viel Wildwuchs. Vermutlich tatsächlich während aktueller "Krise" nicht viel gemacht worden gekonnt + Trockenheit des Klimas. Titel Deines Textes dann bitte für Dein nächstes Buch. :)


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Kenon
Mitglied

969 Forenbeiträge
seit dem 02.07.2001

Das ist Kenon

     
2. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 05.06.2020 um 08:05 Uhr

Danke, Itzikuo_Peng. Dass hier sonst alles, was wild wächst, auf gleiche Länge oder weggeschnitten, rausgerupft oder mit chemischen Mitteln zerstört wird, ist tatsächlich bereits einer der Gründe, warum mich dieses Land langweilt. Gestern sah ich Buschbohnen am Bürgersteigrand wachsen. Das ist doch wunderbar.

Ich schreibe das nicht, um vom Gegenteil überzeugt zu werden. Von einem neuen Buch träume ich nur in den Nächten, und dann ist es immer etwas zusammenhängendes und keine Sammlung von Texten. Tagsüber habe ich ganz andere Gedanken und ich weiss, dass sich die Erde auch ohne ein weiteres Buch von mir drehen wird. Von ganz wenigen Leuten abgesehen, braucht das einfach niemand.

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