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Thomas Benet - Swinging London
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Benet, Thomas:
Swinging London

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(Bücher frei Haus)

Der “Summer of Love” des Jahres 1967, der eigentlich ja in San Francisco/California zelebriert wurde, hatte auch im Swinging London einen würdigen Ableger gefunden. Da tummelten sich neben dem voll zu gedröhnten Jimi Hendrix auch so illustre Gestalten wie Mr Cane und Roger Moore oder sogar William S Burroughs, der bei Schießübungen seinem Gegenüber die Ussancen des Drogenmilieus erklärt, zwischen und ober und unter den Zeilen und am Grab des Leadsängers der „Queen Bees“, Jasper Brown, stehen Mick Jagger, Keith Richards, Pete Townshend (Who!), John Lennon und andere. Die Polizei vermutet einen Selbstmord Jaspers, doch der zu sorgsam inszenierte vermeintliche Selbstmord, ruft seinen Freund Indranath Ray, einen Guru, auf den Plan. Sein Freund soll dem „stupid club“, dem Club der 27 gefolgt sein? Er war nämlich ebenfalls 27, als er starb, aber nicht so „stupid“ wie auch dieser Tage noch andere Rockgrößen. Ray will die wirklichen Ursachen, die zum Tod seines Freundes geführt haben aufdecken und die wahren Schuldigen an den Pranger stellen. Dabei entdeckt er jedoch manch` grausame Angewohnheiten seines Freundes, und obwohl er ihm bald gänzlich unsympathisch wird, will er doch seinen Mord aufklären, er denkt, das sei er ihm schuldig. Dabei hilft ihm die jamaikanische Fotoreporterin Cassandra Jones, die nicht nur gut das Versteckspielen beherrscht, sondern auch so manchen coolen Karatetrick an ihren Gegnern ausprobiert - sollte sie trotz ihrer perfekten Tarnung dennoch einmal aufgedeckt werden.
„Swinging“ ist in der vorliegenden Graphic Novel also nicht nur London, die Stadt des Schauplatzes, sondern vor allem auch die Charaktere und Protagonisten, die sich mühelos in das Sympathierepertoire des Lesers hineinspielen und ohne Zögern zu passenden Identifikationsfiguren werden, während sie sich quasi nebenbei und ganz spielerisch mit der Aufklärung des Verbrechens und der Entlarvung der wahrhaft Schuldigen beschäftigen. Dabei kommt dem sympathischen Duo Ray/Jones natürlich der Umstand zu Hilfe, dass Jasper schon vorher von seiner Ermordung wusste und vorgesorgt hatte. Ein Mikrofilm, der u. a. ihn und einen britischen Minister bei sadomasochistischen und satanistischen Sexpraktiken zeigt, wurde nämlich von ihm schon vorsorglich an Ray adressiert. Es gilt also nunmehr, die Hersteller des Filmes zu finden. Doch dabei stolpern die beiden selbsternannten Ermittler über so manches Wespennest, das die Korruption der damaligen Gesellschaft ans Licht bringt und die Verwicklungen auch der Politik in Sexorgien und Satanismus zur Schau stellt. Denn es waren nicht immer nur die Langhaarigen und Rockmusiker, die den Lastern der Sixties frönten, dem Jahrzehnt, das für alle Verfehlungen des 20. Jahrhunderts verantwortlich zeichnet.
Zu all dem spielt noch eine geheimnisvolle Brünette eine Rolle, die Ray immer dann erscheint, wenn er sich gerade an seine Arbeit, die Aufklärung des Verbrechens an seinem Freund, macht. Die beiden Erzähler Benet/De Metter zeigen in einer wunderbar geheimnisvoll erzählten Geschichte, wie bunt die Sechziger gewesen sein könnten und packen nicht nur eine Menge Sexploitation und Satanismus in ihre Geschichte, sondern auch ein paar Liedtexte der damaligen Zeit, die in „purpurnen Rauch“ aufgehen, wie Jimi gesagt hätte. „I wanna take you home, yeah! I won`t do you no harm, no. You gotta be all mine, all mine. Ooh foxy lady…”. Aber der „Summer of Love“ ist bald zu Ende und in einem Meer von Verbrechen und anderen Exzessen untergegangen. Zu Weihnachten lädt dann ein Plakat im Hintergrund zu einem Jimi Hendrix Christmas Konzert. War er da nicht schon tot? Er starb dann ein Jahr später, am 18.9.1970, first victim of the stupid club, und mit ihm wohl auch die Unschuld. Der Spuk scheint jedenfalls vorüber, ein Politiker tritt zurück, die Satanisten scheinen gebannt. Doch da entdeckt Ray eine weitere heiße Spur, die ihn nach Marrakesch, auf die Djeena Al Fna führt. Und da ist auch wieder die geheimnisvolle Brünette. Und wie jeder weiß, wird in Marokko kein Weihnachten gefeiert.

Thomas Benet/Christian de Metter
Swinging London

[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2011-08-14)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.


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