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Rezensionen


 
Carl Achleitner - Das Geheimnis eines guten Lebens – Erkenntnisse eines Trauerredners
Buchinformation

„Wer vom Tod spricht, spricht von der Liebe“, so der geborene oberösterreichische Schauspieler Carl Achleitner in einem Interview. Seit 2012 ist er als Trauerredner tätig und hat in diesen acht Jahren wohl mehr darüber gelernt, als manch einer von uns bereit wäre zuzugeben. 2.500 Trauerreden waren es bisher, das ist wohl so, als hätte man ebenso viele Bücher gelesen, denn jedes Leben steht auch für ein Buch.

Trauerredner als Beruf und Berufung

So verdrängt und tabuisiert der Tod ist, so sehr gehört er doch zum Leben. Nicht nur Allerheiligen oder Allerseelen ist Carl Achleitner mit ihm beschäftigt und dennoch schöpft er sehr viel Lebensenergie und Kraft aus seiner Tätigkeit als Trauerredner. Was ist denn wirklich wichtig im Leben? Welche Spuren hinterlassen wir auf dieser Welt? Spuren der Liebe? Diese und viele andere Fragen stellt Achleitner in seinem berührenden Essay über seinen Beruf in dem er auch viel Autobiographisches aufarbeitet. Der Autor erzählt von seinen Erlebnissen auf Begräbnissen bis hin zum ersten Lockdown im Frühjahr 2020. Frei nach dem Motto von Michel de Montaigne, dass wahre Weisheit vor allem an beständiger Heiterkeit erkannt wird, legt Achleitner seine Lebensbeichte ab ohne dabei je den nötigen Humor zu verlieren. Seine Anekdoten sind von viel Leichtigkeit getragen und erleichtern es so auch dem (trauernden) Leser wieder neuen Lebensmut zu fassen. Denn eines ist sicher, es ist das, was er auch seinen Klienten rät: nach dem Schmerz begleitet dich der oder die Verstorbene dein ganzes Leben lang und man ist nie mehr allein.

Versöhnung als Weg zum Glück

„Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können“, wusste schon Jean Paul. Und wir bestimmen zumeist selbst, welche Erinnerungen wir pflegen wollen und welche wir verblassen lassen. Achleitner erzählt uns von dem Segen der uns zuteil wird, wenn wir noch zu Lebzeiten verzeihen können und wie viel Wonne und Glück darin liegt. Wer am Schmerz und Hass festhält, bestraft sich ohnehin selbst, „wir wiederholen es an uns selbst“, schreibt er. „Offene Rechnungen sind in Wahrheit nichts anderes als die Kehrseite einer versäumten Versöhnung.“ Der Tod mache alle gleich und die Chance auf Versöhnung sollte man noch zu Lebzeiten des anderen nützen, schreibt Achleitner, der es in seiner Tätigkeit mit allen Schichten der Bevölkerung zu tun bekommt. „Denn wenn wir sie verstreichen lassen, verbittern wir. Die Bitterkeit wird immer größer, wenn wir darauf warten, dass das Gegenüber den ersten Schritt macht.“

Sei es die Geschichte vom Lendenschurz des Jesus oder der humorvolle Abgang seines besten Freundes Xandi, Carl Achleitner bereitet einem trotz des unbehaglichen Themas unterhaltsame Lesestunden voller Weisheiten und Einsichten. Und außerdem hat er einen wirklich tollen Zitatenschatz zum Thema! Ein sehr persönliches Buch, das nicht nur zu Allerheiligen nützlich sein kann.

Carl Achleitner
Das Geheimnis eines guten Lebens – Erkenntnisse eines Trauerredners
2020, gebundene Ausgabe, 224 Seiten
ISBN: 978-3-99001-437-0
Verlag edition a

[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2020-11-23)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



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