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Dustin Breitenwischer - Die Geschichte des Hip-Hop. 111 Alben
Buchinformation

In 111 Alben von 1980 bis heute erzählt der Juniorprofessor für Amerikanistik an der Universität Hamburg die Geschichte des Hip-Hop. Tatsächlich hat es diese Musikrichtung in den rund 40 Jahren ihres Bestehens nämlich von einer urbanen Subkultur bis in den Mainstream geschafft. Heute sind immerhin 60 von den 500 vom Rolling Stone alljährlich gewählten Alben diesem Genre zuzuordnen.

111 Alben mit Vibe
Eröffnet wird der Reigen der 111 Alben von der Sugarhill Gang mit ihrem gleichnamigen Debütalbum. "Rappers Delight" das war für alle damals, 1980, ein Vergnügen. Aber kann es als das erste Hip Hop Album bezeichnet werden? Die Wurzeln gehen selbstverständlich viel weiter zurück. Und auch wenn man es nicht glauben will, "Disco" gehörte zu einer der wesentlichen Quellen des neuen Subgenres, da es sich vom männlichen Mainstream Rock abgrenzte und auch andere Identitäten zuließ. Afrika Bambaataa ist ein wichtiger Vertreter der vier Säulen des Hip Hop: Ming, Breakdance, Graffiti und Ding, er ergänzte sie zusätzlich um eine fünfte: Knowledge. Gemeint ist damit Street Knowledge, wissen, was auf der Straße läuft und was geht. Und vor allem wie man Gefahr ausweicht und sie überlebt. Aber auch Punk spielte eine Rolle für den Hip Hop, dabei braucht man nicht nur an die weiße Posse aus New York denken, die Beastie Boys, die mit "Licensed to Ill" (1986) erstmals zeigten, dass es auch weiße Jungs draufhaben. Ihre Verschmelzung von rotzfrechem Punk mit Rapelementen ist legendär und wird immer noch gespielt. Auch von schwarzen DJs. Hip Hop ist nämlich gegen Rassismus. Egal von welcher Seite. Eine andere Facette der Hip Hop Kultur wurde auch von Ice-T besungen. Er, selbsternannter O.G. (Original Gangsta) machte - so der Autor - den smoothen Pimp zu einem "hybriden Typus des urbanen Psychopathen zur kulturellen Kontrastfolie". N.W.A. folgten mit ihrem Gangsta Rap und imponierten damals mit lyrischer Finesse, so Breitenwischer. Sexistisch und misogyn, aber hey, was zählt ist der Rhyme. Denn rhyme pays, so Ice-T. Als letztes der 111 ausgewählten Alben wird Audio88 & Yassin mit "Todesliste" (2021) vorgestellt. Auch ein Verweis darauf, dass es Hip Hop inzwischen nicht nur in jeder Sprache, sondern auch von m/f/d gibt, mal politisch, mal sozialkritisch, mal einfach nur so.

USA, GB, Deutschland: Hip Hop!
Im Anhang befindet sich eine Liste und Kurzbiographie aller erwähnten Künstlerinnen und Künstler, denn natürlich mischen längst auch Frauen kräftig in dieser Szene mit. Zur Auswahl der Alben erklärt Breitenwischer in einem kleinen Essay am Ende des Bandes seine Beweggründe, manches auszulassen und manches doch noch zu verwenden. Die vorliegende Auswahl legt ihren Fokus auf die USA und Deutschland, aber es werden auch Alben aus Großbritannien und Frankreich miteinbezogen.

Breitenwischer, Dustin: Die Geschichte des Hip-Hop. 111 Alben
Originalausgabe, Klappenbroschur, 280 S.
ISBN: 978-3-15-019677-9
Reclam Verlag
7,99 €

[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2022-01-22)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.


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