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Literaturforum: Eine Autonomie, der Kern der chaldo-assyrischen Sa


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Forum > Politik & Gesellschaft > Eine Autonomie, der Kern der chaldo-assyrischen Sa
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 Thema: Eine Autonomie, der Kern der chaldo-assyrischen Sa
Raif_Toma
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seit dem 21.09.2008

Das ist Raif_Toma

     
Eröffnungsbeitrag Abgeschickt am: 19.10.2008 um 21:50 Uhr

Mit der politischen Transformation im Irak, der Eskalation der politischen Konflikte sowie der dramatischen Entwicklung der Sicherheitslage trat die Frage der Sicherheit der chaldo-assyrischen Christen im Irak und der Notwendigkeit der Gründung einer Autonomie für dieses indigene Volk im Irak zu Tage.
In diesem Artikel begründe ich die Notwendigkeit dieser Lösung und bringe auch dazu historische und gegenwärtige Gegebenheiten, die dieses nationale Recht dieses Volkes stärken.

Für die assyrische Nationalbewegung, kann die Lösung der Nationalsache, nur mit der Wiedergründung einer nationalen Heimatstätte mit einer christlich-mesopotamischen Mehrheit in der historischen Heimat vollzogen werden, wodurch das Recht der Chaldo-Assyrer Selbstbestimmung sowie andere Menschenrechte verwirklicht werden sollten. Eine legalgesicherte Heimstätte in seinem historischen Vaterland, wo dieses Volk in allen seinen katholischen, orthodoxen, evangelischen und ost-kirchlichen Konfessionen frei von Verfolgung, Mord und Vertreibung leben kann. Wo auch diese Christen ihr Leben und ihren Glaube weit von Gefahren selbst bestimmen und ihre eigene nationale Identität entwickeln können. In diesem Artikel begründe ich die Notwendigkeit dieser Lösung und bringe auch dazu historische und gegenwärtige Gegebenheiten, die dieses nationale Recht dieses Volkes stärken.

Die Urbevölkerung Mesopotamiens wanderte zum größten Teil schon nach dem Fall der alten mesopotamischen Reiche in die Berge später auch in die Großstädte. Die Heimat dieses indigenen Volkes heute, streckt sich von Mesopotamien weiter auf Syrien und Libanon aus, in die Ursiedlungsgebiete der alten Phönizier und der aramäischen Stadtstaaten westlich des Euphrats.

Die chaldo-assyrischen Christen heute, sind Erben einer besonders seit der Regierungszeit des assyrischen Königs Sanharibs (705-681 v. Chr.) in einander verschmolzenen mesopotamischen und syrischen ethnolinguistischen Landschaft und besitzen eine klar erkennbare nationale Zugehörigkeit, die sich in den alten mesopotamischen Reiche als nationale Souveräne Einheit in der Staatsgebilde zum ersten Mal darstellte. Diese ist heute auch emotional nicht unübersehbar.

Die syrische Sprache, die schon Jesus sprach, ist eine besondere und vereinende Eigenschaft der nationalen Zugehörigkeit und eine besondere und bereichernde Eigenschaft des Nineve-Tals und der anderen Ursiedlungsgebieten dieses Volkes. Die heutigen Syrischsprechenden, sind die Abkömmlinge der alten Reiche und die Erben dieser noch lebenden Weltkultur, deren Zentrum auch das Gebiet um die alte assyrisch Hauptstadt Nineve war.

Viele historische Begebenheiten, die dieses Volk betreffen, sind im Vergleich zu ihrer verheerenden Dimension relativ unbekannt geblieben. In erster Linie trifft dies auf den vor und während des I. Weltkrieges begangenen Verschleppung und Völkermord an die christlichen Völkern Kleinasiens zu, im Zuge dessen ca. 500.000 assyrische Christen zum Opfer fielen. Mit der Gründung des Iraks 1930, ging es mit den geduldeten Nichtmuslimen im Irak herab und die assyrische Christen wurden massakriert und deportiert.

Die Geschichte wiederholt sich. Dieses Volk das unter der verschiedenen Machthabern immer mit Morden, Vertreibung, Krawallen und Pogromen rechnet, wird auch heute auf abscheulicher Art und Weise schikaniert und massakriert. Diese Ungeheuerliche Taten bringen es zur Auswanderung in die Nachbarländer oder in die Überwanderung in die sicherere Gebiete des ehemaligen UNO-Sicherheitsgebietes im Nordirak. So suchen diese Christen die Sicherheit als Lösung ihrer Probleme und vermeiden jedoch die politische Konfrontation.

Die letzten Entführungen, Drohungen und terroristischen Angriffe auf Menschen, Kirchen, Schulen und Geschäfte im Irak, sind nicht nur ein Produkt der Sicherheitslage, sondern auch ein Mittel islamistischer Terroristen zur Vertreibung dieser Christen wegen ihres Christseins und zu deren Zwangsislamiserung. Sie brachten Massen von allen christlichen Konfessionen aus ihrem historischen Zweistromland auszuwandern.

Die christliche Mesopotamier, die eine Identität und eine ständige Bereicherung des Gebietes zwischen dem Euphrat und Tigris bilden, werden unter den genannten Umständen weiter auswandern, und damit verliert das Gebiet seine historischen Wurzeln. Und dieses Volk das seit so vielen Tausenden Jahren in dem Gebiet präsent ist, verliert seine Visionen, seine Sicherheit und seine historische und religiöse Stätten, wenn es keine Lösungen verwirklicht wird.

Die Gefahr besteht noch heute darin, dass dieses Volk schon vor der völligen Assimilierung in den neuen Heimaten und in der arabisch-islamischen bzw. kurdischen Umgebung der syro-mesopotamischen Siedlungsgebieten steht. Was dieser ethnischen und religiösen Gemeinschaft, den nationalen, kulturellen und religiösen Zuschnitt ihres Lebens raubt. Dies ist nicht nur das Ergebnis ihrer Lebensweise, wie es in den neuen Heimaten im Westen passiert, sondern wird in der Urheimat politisch beeinflusst und rigoros gelenkt. Die Ursiedlungsgebiete dieses indigenen Volkes werden seit vielen Jahren leider rigoros entleert. Die Bedrohung liegt in der eigentlichen Existenz dieser Menschen als Nichtmuslime und Nichtaraber.

Weder die Amerikaner noch die irakische Regierung sind in der Lage, diese Christen im Irak zu schützen. Angesichts dieser Entwicklungen, ist die Sammlung der im Irak und aus dem Irak stammenden chaldo-assyrischen Iraker zu motivieren und zu sichern, die einzige vernünftige und gerechte Lösung in einem föderalen Irak. Unter der Bewahrung der Souveränität des Landes, ist die Gründung einer administrativen- und Sicherheitszone - zuerst unter internationalem Schutz - und in den historischen Ursiedlungsgebieten des Nineve-Tals die beste Lösung. Die Förderung der Aufnahme der sich unter Flucht befindlichen Urbevölkerung des Iraks in den europäischen Staaten, ist zwar eine gut gemeinte Lösung der Freunde dieses Volkes, doch die Fortsetzung des Exodus gleich zu bedeuten ist. Es ist gewiss besser einen Lebensraum für diese Menschen in ihrer Heimat zu schaffen .
In einem föderalen Irak, ist das Recht seines indigenen Volkes auf Selbstbestimmung nur durch die aktive Forderung nach einer internationalgesicherten administrativen- und Sicherheitszone zu gewährleisten.

Es ist auch die Verantwortung der westlichen Staaten und Russland, diesen Menschen zu Schützen und zur Verwirklichung ihrer nationalen Vision zu unterstützen.

Die Idee von einer Autonomie für die Chaldo-Assyrer, die zu Beginn des Krieges 1,2 Millionen betrugen, ist nicht neu. Dies wurde nach dem ersten Weltkrieg in der Staatengemeinschaft in den Gebieten; Mossul und Hakkari (liegt zur Zeit in der Türkei) vorgeschlagen. Am 10.08.1920 wurden zum ersten Mal die Rechte dieses Volkes in dem Vertrag von Sèvres in der Schweiz erwähnt. Doch die Forderungen dieses Volkes und die Bestimmungen von Sèvres wurde im Lausanner Vertrag und der Bestimmung der Brüsseler Linie zur Verlauf der Grenze zwischen dem Irak und der Türkei gescheitert. In dem Versailler Vertrag wurden die Rechte der Urbewohner des Gebietes negiert. Frankreich und England haben deren ehemaligen Alliierten im Sykes-Picot-Abkommen im stich gelassen. Und schlugen eher vor, die Assyrer in Brasilien oder Westafrika anzusiedeln. Deutschland trug sogar eine Mitverschuldung an den Massaker im Osten des damaligen osmanischen Reich. Auch Russland hat 1915 ihre imperialistische Interessen im Vordergrund gestellt. Im Geheimvertrag von London vom 23.11.1915 wurden den Russen sechs armenischen Provinzen und die Öffnung der Dardanellen zugesagt. Im Gegenzug erhielt England die freie Hand unter anderem im Nineveh-Tal.

Im Jahr 1932 wurde die assyrische Nationalsache bei den Aufnahmeverhandlungen des Iraks in die UNO angesprochen, doch auch hier scheiterte sie an dem Einfluss der britischen Aussenpolitik..

Die Ansiedlung der Assyrer im Khaburgebiet 1933, war ein erfolgreiches Projekt, doch reichte nicht aus. Die Franzosen planten dann die Ansiedlung der Flüchtlinge in dem syrischen Alghab-Gebiet, doch dies scheiterte an finanziellen Mitteln und langen Planungszeiten.

Das friedliche Urvolk des Zweistromlandes – das in allen seinen Ursiedlungsgebieten unter demografischer Erpressung steht – erlebt mit diesen Angriffen, Verfolgung und Vertreibung einen verstärkten Patriotismus und einen stärkeren Nationalbewusstsein vermischt mit viel Heimatliebe und Sorge um diese Heimat.

US-Amerikanische Menschenrechtler verschiedener Organisationen schrieben an den US-Amerikanischen Präsidenten Georg W. Bush. Sie verlangten von ihm unter anderem, die irakische Regierung dazu zu bringen, um die Umsetzung des §53/d des Übergangsverwaltungsgesetzes des irakischen Staates, in der Gründung eines Autonomiegebietes im Nineve-Tal, damit es auch eine Sicherheitszone für den Schutz der Chaldo-Assyrer im Irak sein kann. In den übrigen Gebieten mit der chaldo-assyrischen Konzentration ausserhalb des Autonomiegebietes sollen administrativen, kulturellen und politischen Rechte garantiert werden.

So kommen wir zu der Feststellung, dass bei jedem existierenden politischen System, müssen die Rechte, die Kultur, die Sprache und Traditionen der Urbewohner des syro-mesopotamischen Raumes berücksichtigt werden. Es kann sich auch im Irak keine gerechte politische Lösung durchsetzen ohne die politischen, sozialen und kulturellen Ziele aller Christen in einer Sicherheitszone in Form einer Autonomie in dem Gebiet des Nineve-Tals zu garantieren. Wenn dies nicht möglich ist, so ist es notwendig für diese Christen eine alternative politische Lösung, um außerhalb des Iraks ein Schutzgebiet anzubieten, dass ihnen die Sicherheit sowie ihre nationale und Menschenrechte garantieren kann.

Raif Toma


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