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Literaturforum: meerespsychologie


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Forum > Lyrik > meerespsychologie
Seite: 1
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 Autor
 Thema: meerespsychologie
1943Karl
Mitglied

451 Forenbeiträge
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Eröffnungsbeitrag Abgeschickt am: 23.07.2009 um 12:02 Uhr

gewittergrau die wand vorm fenster
zwischen größenwahn und selbst
zweifel wühle ich seelengründelnd
nach versunkenen trümmern

wollte eigentlich leichtsinnlich
klare luft atmen und mitschwingen
unter möwen und knuds
am strand zwischen muscheln stochern
und in sicherer höhe in den dünen
auf die heutige flut warten

gerade
beginnt es zu hageln


Bei jedem Irrtum gewinnt die Wahrheit Zeit.
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HelmutMaier
Mitglied

339 Forenbeiträge
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1. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 24.07.2009 um 16:13 Uhr

... eigentlich ... fängt es immer gerade dann an zu hageln. Genau.

Liebe Grüße
Helmut


Andersweltwanderer
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1943Karl
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2. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 24.07.2009 um 16:19 Uhr

Lieber Helmut,
ja, genau...
Gruß
Karl


Bei jedem Irrtum gewinnt die Wahrheit Zeit.
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aristide
Mitglied

13 Forenbeiträge
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3. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 27.07.2009 um 10:22 Uhr

ja, genau ... ;-)
wenn einem sonst nichts einfällt zum gedicht, mimt man halt einverständnis, schulterklopfen.

Und wieso das? will man durch kopfnicken andeuten, dass man sich mit dem gedicht auseinandergesetzt und sich gedanken gemacht hat?
nicht doch! beim kopfnicken gibt´s außer muskelkontraktion keine nennenswerte hirntätigkeit zu vermelden. beim energischen kopfschütteln übrigens auch nicht.

dann macht euch doch einfach mal die mühe, zu einem gedicht etwas zu sagen, das sinngemäß über "finde ich auch", "genau" und "wir versteh´n uns" hinausgeht ...

also dann ich:
rhythmische prosa macht noch kein gedicht. erklärt hätte ich gerne die zeilensprünge (z.B. selbst-zweifel).
inhaltlich gibt es einen bruch: in den ersten 4 zeilen dient das strandpanorama als projektionsfläche für seelische befindlichkeiten (größenwahn, selbstzweifel, suche nach verloren gegagenen gefühlen, erlebnissen). doch in der folgenden strophe geht es um etwas anderes, etwas "eigentliches": der protagonist will aus sicherer warte flut-sightseeing betreiben. nur, dass das miese wetter einen strich durch seine rechnung macht.

was also ist jetzt das thema des prosagedichts? selbstzweifel im angesicht der naturgewalten? oder vom hagel vemasseltes naturerlebnis?

grüße
aristide

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birnenpalme
Mitglied

120 Forenbeiträge
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4. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 27.07.2009 um 19:22 Uhr

Hab zu diesem Sängerstreit ein komisches Gedicht von mir anzubieten, bei dem ich heute keine genaue Ahnung mehr hab, was ich damit eigentlich sagen wollte. Wahrscheinlich Altersdemenz? Oder ein Akt lyrischer Jugendwerksverdrängung? Ohne aber einen durchdachten Grund nennen zu können, gefällt mir das Unsinnige und Schleierhafte daran immer noch. Etwas trüberisch (sic) darf die Klarheit schon sein, damit uns immer auch ein hübscher Restzweifel bleibt. Die reine Unklarheit sozusagen. Ansonsten bräuchten wir nämlich kein Wort mehr als Gedicht verpacken, sondern gnadenlos Klartext sprechen. Aber ich muss auch Aristide beipflichten, wenn er mehr Gehalt anmahnt, weil so ein Forum erst dadurch seinen Wert erfährt. Hier also mein komisches Gedicht:

DIE SINNSUCHER

Die Sinnsucher graben
nach Wortschätzen
und die Fragensteller
stellen Fallen.

Einzig die Lebenskünstler
bewirten den Lebensmüden,
denn die Überdenker
sortieren noch Fragen.

Die Weltverwässerer helfen
den Sinnsuchern beim Graben.
Sie ziehen ihre Kanäle
und warten.


www.birnenpalme.de
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HelmutMaier
Mitglied

339 Forenbeiträge
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5. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 27.07.2009 um 21:16 Uhr

Oh, neue Besen kehren gut! Mal sehen, ob vielleicht dann auch mal vor ihrer eigenen Tür. Das bleibt abzuwarten.


Andersweltwanderer
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annahome
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6. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 28.07.2009 um 01:32 Uhr

Zitat:

Oh, neue Besen kehren gut! Mal sehen, ob vielleicht dann auch mal vor ihrer eigenen Tür. Das bleibt abzuwarten.

ich wasche mich selbst nicht rein - vor dieser vortrefflichen meinung. dafürmehr heiße ich sie in all ihren facetten und insbesonderen, dem inhaltlichlichen, gut.

touché!
gruß - dativ ist nicht mein freund.


statt kulturarmut - mut zur stadtkultur
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1943Karl
Mitglied

451 Forenbeiträge
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7. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 28.07.2009 um 17:00 Uhr

Hallo aristide.
vermutlich hast du übersehen, dass ich (als Autor des Gedichts) auf den Kommentar von Helmut regierte.
Im übrigen ging es mir nicht darum, mit meinem Gedicht ein so heftigen Streit auszulösen. Dein "Sinnsucher"-Gedicht gefällt mir, weil es auch meine lyrischen Absichten aufgreift.
Danke dir und herzliche Grüße
Karl


Bei jedem Irrtum gewinnt die Wahrheit Zeit.
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aristide
Mitglied

13 Forenbeiträge
seit dem 19.07.2009

     
8. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 28.07.2009 um 19:59 Uhr

hallo karl,
etwas geht hier durcheinander:
das sinnsucher-gedicht ist nicht von mir. bedanke dich bei birnepalme.
dann: wieso soll ich einen"so heftigen streit" ausgelöst haben? es streitet sich doch niemand! es ging mir nur darum, mal eine diskussion anzustoßen, die mehr bringt als "genau", "sehe ich auch so" usw. und dann versickert. wenn das nicht gewollt ist, fällt die diskussion eben aus. eigentlich schade. aber nicht zu ändern.

dann lasst uns uns eben alle lieb haben ;-)
gruß
aristide

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1943Karl
Mitglied

451 Forenbeiträge
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9. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 01.08.2009 um 16:23 Uhr

Hallo aristide,
nur damit keine weiteren Missverständnisse auftreten: Ich stelle mich als Autor gern der Diskussion eines meiner Gedichte.
1. Ich wollte durch jenes (von dir so genannte Kopfnicken) nur bestätigen, was HelmutMaier zu meinem Gedicht schrieb. Wenn man sich schon häufiger über Gedichte und Kommentare dazu verständigt hat, reicht halt gelegentlich auch nur ein Wort. Somit hielt ich deine Kritik dazu für nicht angemessen.
2. Zu deiner Kritik an meinem Gedicht äußere ich mich aber gern ausführlicher:
Natürlich macht rhythmische Prosa noch kein Gedicht, wenn der Text nicht zugleich verdichtet ist.
Ich bleibe in meinem Text in allen Strophen bei den Metaphern Wetter und Meer. Während in der 1. Strophe das Wetter das Lyr-Ich in der Wohnung mit sich selbst gefangen hält, wünscht das Lyr-Ich sich in der 2. Strophe Freiheit, die ihm wieder verhagelt wird.
Übrigens sind mir zwei peinliche Fehler unterlaufen: Es geht mir nicht um jenen Knud sondern um die Knutts, kleine, in Schwärmen auftretende Meeresvögel.
Der Zeilenumbruch selbst/zweifel (dort muss es richtig heißen selbst/zweifelnd) ist mir wichtig, weil es mir zunächst in Zeile 2 um die Befindlichkeit zwischen "größenwahn und (wahrem) selbst" geht, während erst in der Zeile 3 der Zweifel dazu kommt.
Herzliche Grüße
Karl


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