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Literaturforum: Ich habe einen Traum


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Forum > Prosa > Ich habe einen Traum
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 Thema: Ich habe einen Traum
SinizaMinista
Mitglied

1 Forenbeitrag
seit dem 23.05.2004

     
Eröffnungsbeitrag Abgeschickt am: 23.05.2004 um 17:42 Uhr

Ich habe einen Traum…

…und nun saß ich da, wie so oft, allein in meinem Zimmer, voller Ruhe, völlig Dunkel, nur ein wenig grünes Licht aufgedimmt, kalt und unatmosphärisch. Das entspricht meiner Auffassung von Isolation und Konzentration: Ich bin ganz bei mir alleine und unabgelenkt, dadurch einmalig strebsam und fokussiert. Ich weiß, dass es die Ablenkung ist, die mein Leben bestimmt! Alltäglich suche ich Ablenkung: Entertainment, Fernsehen, Theater, Party. Der Sinn dahinter ist, von meinem Weg abzulenken, unbewusstes Entgegensteuern.

Doch die Uhr tickt, ich kann es nicht ändern.
Kennen Sie das, wenn Sie sich eine Frage stellen und die Antwort gar nicht wissen wollen, weil sie Kopfschmerz bedeutet? Argh…

Irgendwann tickt sie so laut, dass ich wohl aufgewacht sein musste. Ich lag auf meinem harten Sofa mit einem Arm der minder schnell aufwachte als der Rest meines Körpers, das grüne Licht lässt mich die Augen zusammenkneifen. Ist das nicht komisch, wenn man die Hilfe des anderen Armes benötigt um den anderen zu heben? Irgendwie faszinierend so völlig gefühls- und schmerzlos zu sein, oder? Was man mit so einem Arm alles anfangen könnte: Man könnte Dinge berühren, die man ansonsten nicht anfassen würde; oder man könnte sich einbilden, es sei ein fremder Arm; oder man könnte ihn panieren und in die Pfanne schmeißen um zu sehen wie er frittiert ausschaut. Zugegeben eine ziemlich bekloppte Idee, aber man merkt es ja eh nicht..............zunächst… Doch andererseits ist das ja nichts Besonderes. Der Schmerz kommt immer erst im Nachhinein. Warum? Weil unser Hirn uns verarscht. Andauernd und überall.

Und wie soll man nun über seinen Schatten springen? W Wie Grenzen überschreiten, wenn es Teile im Gehirn gibt, die meinen Körper befehligen?
Die meinen Verstand unterjochen?

Hackt man sich ein Beinchen ab (bzw. wird es abgehackt), spürt man es zunächst nicht. Im Streit äußert man Dinge, die man niemals sagen bzw. überhaupt meinen würde. Doch unser Körper betäubt unseren Verstand und senkt die Hemmschwelle. In einer Schlägerei schüttet der Körper soviel Adrenalin aus, dass du kaum Schmerz empfindest, es sei denn du siehst schwarz, sprich dein Hirn versagt dir seine Dienste und du verlierst jegliche Kontrolle über deinen Körper. Das Gehirn ist also unsere wahre Schwachstelle; sagt es: „So, das war zu viel mein Freund.“, versagst du. Generell ist es ausschließlich das Hirn, welches festlegt was wir imstande sind zu leisten und was nicht. Gepaart mit den Wahrnehmungen unseres Verstandes die dem Hirn berichten: „Der Mensch kann nicht fliegen“ beispielsweise, entsteht ein absoluter und unumstößlicher Faktor der eine unüberwindbare Hürde darstellt. Wenn wir Einhundertprozentig überzeugt wären etwas zu können, dann könnten wir das auch. Solange wir aber noch bei klarem Verstande sind, bleibt ein marginaler Part im Hirn der uns sagt: „Du kannst nicht fliegen“.

Kann ich nicht?
Kann man seinen eigenen Körper hypnotisieren?
REBELLION!

Ich könnte eigentlich mal aufstehen, doch finde ich keinen Grund. Null Motivation. Antriebslos. Ich bleibe liegen. Doch! Ich werde mir einen antrinken. Alkohol gibt mir den Funken Mut der mir fehlt. Ich fühle mich als könnte ich alles schaffen und alle Menschen sind Freunde. Ich freue mich über mein Wesen. Wenn ich mich auf den Tisch stelle und einen Schritt nach vorne mache schwebe ich. Weil ich es will. Ich werde es schaffen. Es darf kein Zweifel bestehen. Ich trinke.

Hilft mir der Alkohol mein Hirn zu verarschen? Oder verarsch ich mich selbst?!

Plötzlich wird es hell, die Dunkelheit entschwindet. Ich öffne ein Auge und sehe eine Ampel, deren grünes Licht mir ins Auge fällt. Ich liege auf dem Asphalt. Meine Zunge schmeckt eine Mischung aus bitterem Dreck und salzigem Blut. Ich versuche aufzustehen, doch kann es nicht. Mein linker Arm rührt sich nicht mehr, vermutlich gebrochen. Ich räusper meine Atemwege frei, doch das klopfende Geräusch macht mir Kopfschmerzen. Reifen quietschen. Ich schließe die Augen.

Ich habe einen Traum. Dann müsste ich aufwachen, oder?
Sterbe ich? Oder war ich schon tot?
Eigentlich……macht es keinen Unterschied.

Ich danke der Verdrängung, verbeuge mich und der Vorhang schließt sich.


„Guten Morgen!“
„NEIN!!! Nicht schon wieder!!!“

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