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Rezensionen


 
Ewald Arenz - Die Liebe an miesen Tagen. Roman
Buchinformation

"Wenn wir realistisch sein wollten, hätten wir uns nie verlieben dürfen, oder?" Der Autor von "Der große Sommer" (2021) legt mit "Die Liebe an miesen Tagen" (2024) einen Liebesroman vor, der im hoffnungsvollen Frühling im April beginnt und im herbstlichen Oktober endet.

Schnee im April

Elias ist Schauspieler. Er hat schon einige Beziehungen hinter sich, darunter auch eine aus der seine Tochter Jule stammt. I Moment ist er gerade mit Vera zusammen, auch schon zwei Jahre, aber eben leider nicht so richtig. Er spürt, dass sie ihn mehr liebt als er sie und das zu einem Ungleichgewicht führt. Als er sich in die um einige Jahre ältere Clara verliebt, fällt es ihm sehr leicht, sich von Vera zu trennen. Schon nach der ersten Nacht mit Clara, in der noch gar nichts passiert ist, gibt er Vera den Laufpass. Dass er sie damit verletzt ist ihm klar, aber besser ein Ende mit Schmerzen, als Schmerzen ohne Ende. Clara ist derzeit ungebunden, hat aber auch schon ihre Erfahrungen gesammelt. Sie ist Fotografin, gerade gekündigt und auf Arbeitssuche. Aber ihre Familie ist sehr präsent: einen Bruder, Arzt, eine Schwester, einen Vater, eine demente Mutter. Doch gerade als es am wenigsten passt und die Beziehung mit Elias gerade in Fahrt kommt, erhält sie ein unwiderstehliches Job-Angebot aus Hamburg. Aber das ist 600km von Elias und ihrer Familie entfernt.

Dieses Prickeln in der Fremdheit

Am Anfang genießt es der Autor die beiden in ihrer Verliebtheit zu beschreiben, dem Prickeln in der Fremdheit. Wenn alles neu entdeckt wird, es im April schneit und jede Bewegung oder Geste des Geliebten eine unmittelbare Bedeutung bekommt, die sich wie das neue Evangelium anfühlt. Mit viel Witz und schönen sprachlichen Bildern beschreibt er diese erste Phase der Annäherung der beiden Verliebten, die jeden, der es auch schon erlebt hat, beinahe mit Neid erfüllt. Doch dann trifft es einen der beiden. "Man glaubt immer es trifft nur die anderen", schreibt Arenz, das wiederholt er sogar mehrmals. Die Staphylokokken-Infektion, die sich Elias durch einen Rosendorn zuzieht, als er das erste Mal über den Zaun von Clara steigt, bekommt eine metaphorische Bedeutung. Denn es ist gerade der Stachel der Liebe, der "Pfahl im Fleische", der einen das Leben kosten kann. Doch Gottseidank ist Clara's Bruder Arzt und hat so seine Connections! Das Bild bleibt aber im Kopf: "Find what you love and let it kill you", wie es Bukowski auf den Punkt brachte. Eine Lektüre für alle jene, die noch an die Große Liebe glauben (wollen) und eine Hymne an die Nacht. Aber auch an die vereinte Kraft der Familie, die es Elias ermöglicht doch noch zu überleben...

Ewald Arenz
Die Liebe an miesen Tagen
Roman
2024, Hardcover, 384 Seiten
ISBN: 978-3-7558-0503-8
Du-Mont Buchverlag
24,00 €

[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2025-11-02)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.


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