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Hannes Fricke - Die schönsten Anekdoten aus Rock und Pop
Buchinformation

"Solange wir weiter Schwarz tragen...würde ich sagen...alles wird okay sein." Dass es Themen wie Rockmusik oder Pop inzwischen auch in die Reihe: Reclams Universal-Bibliothek geschafft haben, zeigt welchen Bedeutungszuwachs das Genre seit den Fünfziger Jahren erfahren hat. "Skandale, Zufälle & Kultmomente" verspricht die vorliegende Publikation mit viel Legendärem aus der Musikgeschichte.

Anekdoten und Narrative

Das Universum der Musikwelt ist voller skurriler Momente und überlieferter Anekdoten, die so unwahrscheinlich klingen, dass sie doch zumindest wahr sein könnten, oder? Hannes Fricke hat einige davon ausgegraben und dabei ist es völlig egal, ob sie nur gut erfunden oder wirklich wahr sind. Von B. B. King über die Blues Brothers bis hin zu Amy Winehouse und Sting oder Patti Smith reicht das gesponnene Seemannsgarn, das charmante Geschichten für Zwischendurch oder als Mitbringsel und Erzählung ermöglicht. Das eingangs erwähnte Zitat, das von keinem Geringeren als Johnny Cash himself stammt, stimmt aber mit Sicherheit. Er sagte es als Antwort auf die Frage von Kollege Willie Nelson, der sich über sein Image ironisierend Sorgen machte. "Was soll aus uns werden? Wasser und Kaffee im Catering und sonst nichts? Was wird da aus unserem Image?", soll er spitz bemerkt haben, worauf der Man in Black ihm mit dem eingängigen Einganszitat antwortete. Auch die Entstehung des Heavy Metal dürfte so ein witziger Zufall gewesen sein, wie die Geschichte des Black Sabbath Gitarristen Tony Iommi beweist. Der gelernte Stahlarbeiter soll bei einem Arbeitsunfall zwei Fingerkuppen verloren haben und so auf einigen Fingern der linken Hand nichts oder nur wenig spüren. Auch Django Reinhardt soll so einen Unfall mal gehabt haben. Iommi jedenfalls fasste Mut und bastelte sich aus Leder und Plastikteilen von Seifenflaschen künstliche Fingerkuppen, wie Fricke in Erfahrung bringen konnte. Damit experimentierte er solange bis der Sound rauskam, der heute als Heavy Metal bekannt ist. Ob sich das "Metal" im Namen auf den Unfall Iommis bezieht ist allerdings nicht bekannt. Heavy ist der Sound der Black Sabbath in jedem Fall.

It's the end of the world as we know it

Was eine Bridge ist erklärt eine Anekdote von Sting der sich einmal bei Rick Beato darüber beschwert haben soll, dass es in Songs zu wenig harmonische Pfade gäbe die die Strophen-Refrain-Struktur verlassen, um mehr Abwechslung in den Song zu bringen. Mit "Bridge ist Therapie" bedauerte der Popbarde das Aussterben dieser Form. Als "musician's musician" bezeichnet man einen Musiker, der zu gut für die breite Masse ist und den eigentlich nur Musiker verstehen kann, weil sie eine Ahnung vom Handwerkszeug haben. Wer wen dazu zählt muss jeder selbst entscheiden, Fricke nennt jedenfalls als Beispiel den Gitarristen Roy Buchanan, der zu gut um wahr zu sein war und sich später leider in einer Zelle mit seinem T-Shirt erhängte. Für eine lehrreiche Anekdote sorgte ein Auftritt der Punk-Sängerin Nina Hagen am 9. August 1979 in der Club 2 Sendung im ORF. Sie demonstrierte vor laufender Kamera wo sich die Klitoris einer Frau befindet und wie sich eine Frau auch ohne Mann selbst befriedigen kann. Lustigerweise trug sie dabei ein T-Shirt mit der Aufschrift "Ferdinand on his guitar and me", was den legendären TV-Moment noch zusätzlich versüßte. Übrigens war "Go fuck yourselves" keine Erfindung von Lola Young ("I'm only Fucking Myself"), sondern wurde auch schon von Michael Stipe, seines Zeichens Sänger von REM, auf Trumps Wahlkampfkomitee angewendet: "Go fuck yourselves", sagte er 2015, "the lot of you - you sad, attention-grabbing, power-hungre Little men. Do not use our music or my voice for your moronic charade of a campaign". Trumps Leute hatten ausgerechnet "It's the end of the world as we know it" für die damalige Kampagne verwendet. Heute muss man unglücklicherweise sagen, dass sie allerdings recht behielten. ""As we know it", nicht das Ende schlechthin aber immerhin...

Hannes Fricke
Die schönsten Anekdoten aus Rock und Pop
2025, Taschenbuch, 141 Seiten
Reihe: Reclams Universal-Bibliothek
ISBN: 978-3-15-014721-4
8,00 €

[*] Diese Rezension schrieb: Juergen Weber (2025-11-02)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.


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