Helmut Eisendle - Tod & Flora Ein Glossar über die Verwendung von Giftpflanzen für den asthenischen Täter
Buchinformation
"Jedes Schriftl is‘ a Giftl“, soll der ehemalige österreichische Bundeskanzler Ing. Julius Raab einmal gesagt haben, wie aus einer anderen Publikation des Jung und Jung Verlages ("So sind wir nicht") hervorgeht. Aber bei Helmut Eisendle ist genau das Gegenteil der Fall, denn wer die einzelnen Stichwörter nachschlägt und genau liest, kann sich genau davor bewahren: vorm Gift!
Toxische Beziehungen zu Pflanzen u.a.
Wie schon Paracelsus wusste macht die Dosis das Gift. "Es ist ein Buch der Praxis und des täglichen, realen Erfordernisses", lässt der Autor verlauten und gibt insgesamt 33 Pflanzen und ihren Wirkungen in seinem Kompendium Raum. Vom Eisenhut über die Kronenwicke bis zur Tollkirsche sind die botanischen Beschreibungen und Einordnungen von ihm verfasst worden, um das Schlimmste zu verhindern: den letalen Ausgang. Das Bucher versteht sich laut Verlag als "ironische Handreichung für die Unterdrückten und Gemobbten, für Betrogene und Übersehene, um sich leise und unauffällig zur Wehr zu setzen und die toxischen Kräfte der Pflanzen für sich arbeiten zu lassen". Honni soit qui mal y pense. Der studierte
Psychologe, Philosoph und Biologe und freie Schriftsteller hat für seine aus der Mitte der Siebziger Jahre (erstmals 2009 publiziert) entstandenen Publikation zum einen eine genau Beschreibung der Pflanzen in Wort und Bild gemacht, zum anderen aber auf Fallbeispiele aufgelistet wie und wo die Pflanzen zum Einsatz gekommen sein könnten oder sind. Der Begriff "toxische Beziehung" bekommt bei der Lektüre des vorliegenden Nachschlagewerks in jedem Fall eine völlig neue Bedeutung.
Glossar der Giftpflanzen
Der lexikalische Teil ist nach folgenden Prinzipien aufgebaut: Beschreibung der Pflanz, botanische Bezeichnung(en), umgangssprachliche Benennungen, Fundort, Wirkung, Eigenschaften, Beschreibung einer Systemapplikation. Letzteres bedeutet in erster Linie eine Kasusbeschreibung, wie oben bereits erwähnt. Am Beispiel der Alraune wird darüber berichtet, dass ein Patient seinem Psychoanalytiker eine Kostprobe des Krautes mittels eines Kräuterschnapses verkostete und dieser dann händeringend seine Vergiftung zwar erkannte und um Hilfe zum Fenster hinausrief, schließlich aber doch auf genau jener Couch zu erliegen kam, wo er seinen Patienten zu analysieren pflegte. Ähnliche Kasi finden sich auch bei den anderen beschriebenen Pflanzen, wo es immer um eine Machtumkehr geht, die das Giftl ermöglicht. Selbst die scheinbar harmlose Brennnessel (Urtica Urens) lässt sich dafür mißbrauchen mißliebige Personen zu schädigen. Hinterhältig, hämisch und gemein kann man diese Methode der Vergiftung auch nennen, aber das steht vielleicht auf einem anderen Papier, denn heutzutage gibt es Gottseidank andere Mittel des Widerstands als im Mittelalter.
Helmut Eisendle
Tod & Flora
Ein Glossar über die Verwendung von Giftpflanzen für den asthenischen Täter
Mit 33 farbigen Abbildungen und einem Nachwort von Astrid Wintersberger
2024, 176 Seiten, gebunden mit SU
ISBN: 978-3-99027-291-6
Verlag Jung und Jung
€ 25,-
[*] Diese Rezension schrieb: Juergen Weber (2025-11-03)
Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.