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Gabriele Hasmann - Faszinierende Wege. Brücken, Stege und legendäre Stiegen in Wien
Buchinformation

"Viel ist hingesunken uns zur Trauer/ und das Schöne zeigt die kleinste Dauer", dichtete Heimito von Doderer in "Die Strudlhofstiege". Doch diese barocke Stiege ist bei weitem nicht das einzige Baudenkmal aus der Gründerzeit, das Wiens Wege verbindet. Dazu gehören neben Stiegen, auch Brücken und Stege, Tunnel und verschlungene Wege. In der Reihe "Kultur für Genießer" des Falter Verlages ist als Nachfolgeband zu "Geheime Pfade" der zweite Band, "Faszinierende Wege", erschienen und führt zu legendären Stiegen, stillen Stegen und verbindenden Brücken.


Wiener Wege und Flüsse

Schon mal über den Konstantinsteg im Wiener Prater gelustwandelt? Womöglich mit einem darunter schwimmenden Schwan? Er ist einer von rund 800 Brücken, die die Donaumetropole ihren Flaneuren zur Verfügung stellt, um von der einen auf die andere Seite zu gelangen. Vierzig Wienfluss-, 32 Donaukanal- und über zehn Donaubrücken. Diese Aufzählung gliedert auch den vorliegenden reich bebilderten Brückenschlag in Buchform, denn das erste Kapitel ist gleich dem Wienfluss, Wiental und Umgebung gewidmet. Die "Dürre Wien" - wie sie an ihrem Ursprung, Kaiserbrunnberg, noch heute genannt wird - mündet bei der Urania, dem Puppentheater, in den Donaukanal. Der Fluss selbst, die mächtige Donau, ist im eigentlichen Stadtgebiet ja nicht vorhanden, was Wien von anderen Städten unterscheidet. Dennoch hat sie natürlich viele Spuren in der Stadt hinterlassen. Der erste Spaziergang führt von Hietzing dem Wienfluss entlang bis in die Innere Stadt u.a. über die Ameisbrücke (über Westbahngeleise beim Westbahnhof) mit Blick auf das Schönbrunner Schloss. Viele Brücken befinden sich aber auch entlang der Mariahilferstrasse, womit einige Niveauunterschiede großzügig ausgeglichen wurden. Abgesehen davon, dass auch einige der bekanntesten U-Bahn-Stationen nach Brücken benannt wurden ("Kettenbrückengasse") muss auch die Nevillebrücke erwähnt werden, da sie immerhin eine erst vor kurzem eröffnete Parkanlage auf ihren Pfeilern trägt. Aber auch eine Falcostiege hat ihn, ihre Stufen führen zu Wiens wohl bekanntestem Markt, dem Naschmarkt, der sich gänzlich auf dem überdachten Wienfluss befindet.

Urbane Legenden auf historischem Grund

Aber auch solche einzigartigen Phänomene wie "Gehsteigstiegen" finden sich in der österreichischen Bundeshauptstadt. Etwa in der Joanelligasse, wo der Gehsteig aufgrund der Enge der Straße einfach nach oben vor das Lokal Einhorn führt. Was es alles gibt, in Wien. Im benachbarten Apollokino, das einst ein Varieté war in dem weltberühmte Künstler wie Mata Hari oder Charlie Chaplin auftraten, fand 1931 sogar ein Eifersuchtsmord am Besitzer statt: den Abzug betätigte die erst 31-jährige Rosa, seine frühere Geliebte. Weitere wichtige Stiegen befinden sich aber nicht nur in Mariahilf, sondern auch in der Inneren Stadt, etwa vor der Maria am Gestade Kirche, die weithin sichtbar ist und mit ihrem Hannakenbrunnen an eine alte urbane Legende erinnert, von der auch der Spruch "einen Knüppel zwischen die Beine werfen", stammen soll.

Weitere Touren führen durch den Alsergrund, wo sich auch die oben angesprochene und vielzitierte Strudlhofstiege befindet. Aber auch an den Stadtrand führen die faszinierenden Wege des hier vorliegenden Reisebegleiters, etwa zur Donauinsel, Alte Donau, Floridsdorf, dem Liesingbach aber auch zum Donaukanal und der Lände.


Gabriele Hasmann, Charlotte Schwarz
Faszinierende Wege. Brücken, Stege und legendäre Stiegen in Wien
Reihe: Kultur für Genießer
2022, 248 Seiten, Gebundene Ausgabe
Verlag Falter Verlag
EAN: 9783854396789
Falter Verlag
€ 29,90

[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2023-02-21)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.


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