Biographien Rezensionen Diskutieren im versalia-Forum Das versalia.de-Rundschreiben abonnieren Service für Netzmeister Lesen im Archiv klassischer Werke Ihre kostenlose Netzbibliothek

 



Save Ukraine!
Save Ukraine!


Amnesty International

Love all Animals

Literaturforum: (Ver-?)Kürzung


Aktuelle Zeit: 26.02.2021 - 01:42:47
Hallo Gast, Sie sind nicht eingeloggt!
Suche | Mitglieder | Neu | Statistik

Heute ist der 52. Todestag von Karl Jaspers.

Forum > Lyrik > (Ver-?)Kürzung
Seite: 1
[ - Beantworten - ] [ - Drucken - ]
 Autor
 Thema: (Ver-?)Kürzung
HelmutMaier
Mitglied

339 Forenbeiträge
seit dem 27.10.2008

Das ist HelmutMaier

     
Eröffnungsbeitrag Abgeschickt am: 21.01.2010 um 15:03 Uhr

„Schäuble will auch
Solidarität kürzen.“
Oder erinnere ich mich
nicht genau
an den Satz
aus der gestrigen EZ?
War da was
mit „Sozialetat“?


Andersweltwanderer
Profil Homepage von HelmutMaier besuchen Nachricht senden Zitat
1943Karl
Mitglied

450 Forenbeiträge
seit dem 24.02.2008

Das ist 1943Karl

     
1. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 21.01.2010 um 18:35 Uhr

Lieber Helmut,
egal, was du gehört hast, asozial wird es allemal.
Gruß
Karl


Bei jedem Irrtum gewinnt die Wahrheit Zeit.
E-Mail Profil Homepage von 1943Karl besuchen Nachricht senden Zitat
HelmutMaier
Mitglied

339 Forenbeiträge
seit dem 27.10.2008

Das ist HelmutMaier

     
2. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 21.01.2010 um 18:43 Uhr

Genau das wollte ich hören! :-) Danke!

Liebe Grüße
Helmut


Andersweltwanderer
Profil Homepage von HelmutMaier besuchen Nachricht senden Zitat
Kakerlakerich
Mitglied

47 Forenbeiträge
seit dem 21.12.2009

     
3. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 21.01.2010 um 20:57 Uhr

Diese Nachricht wurde von Kakerlakerich um 21:03:03 am 21.01.2010 editiert

Demnächst sollen ja auch die zeugungsfähigen Schnippel verkürzt werden, auf dass die Bevölkerung noch schneller zurückgehe, aussterbe, auf dass das Trauerspiel aus Macht versus Bedürftigkeit schneller sein Ende finde.

Ach, nein, ich habe vergessen: selbst zum Zeugen neuer Menschen braucht man ja heute keine Menschen mehr: das geht ja alles im Reagenzglas. Man könnte also noch viel mehr sparen. Hat nur noch keiner der Regierung gesagt, tse tse.

Wir sortieren also aus (Ordnung muss sein!): die, die noch etwas Knete haben (mindestens das Girokonto muss im Plus sein!), auf die eine Seite: bitte spenden Sie Ihre Fruchtbarkeiten: einmal abwichsen, einmal Ei-Entnahme, bitte. Eine Unterschrift, wir halten Sie auf dem Laufenden. Die Opfer (wer nicht kann, der will doch nicht, oder?, alle doch selbst schuld!) von Krise (crisis?, what crisis?), Wachstumswahn (schizo?, what schizo?), Einsparungspolitik etc. hier entlang (großer Zeigefinger in den dunklen Bereich der Bühne) auf die andere Seite (die Uninteressanten, nasiewissenschon). Wir haben geplant: dort lässt es sich billig wohnen, Sie bekommen einen Zuschuss, selbstverständlich (hier schon mal das fünfzigseitige Formular, die Pflichtfelder sind dick umrahmt). (Seien Sie gewarnt, sage ich Ihnen, im Ghetto ist es gefährlich!) Gemäß Grundgesetzerweiterung (die menschliche Würde ist im Ausnahmezustand antastbar, und wir befinden uns in einem solchen) bitte vorher zur Sterilisation (gleich hinter die Bühne, geht schnell, keine Sorge, tut auch nicht weh, echt nicht), wegen des Wachstums, das wir bis spätestens 2020 wieder erreicht haben wollen (mit der unnötigen Bitte um Verständnis, versteht doch jeder, und wer nicht: auch egal, so wird’s gemacht kraft höherer Anweisung).

Laborant X. F. (Name geändert) zeugt an diesem Abend den Heinz-Rüdiger Wunderfröhlich (im Reagenzglas), aus anonymem Befruchtungsgut, weil ihm gerade danach ist. H.-R. W. wird ein Hoffnungsträger sein: nämlich der neuen Planwirtschaftspolitik, deren Verfechter auf den Fahnen den Spruch tragen: «Die Guten ins Glas, die Schlechten in die Ghetto-Straß.» (Hat jetzt natürlich nichts mit Schäuble zu tun, denn das Ganze spielt ja lange nach seiner Amtszeit.)

Im Alter des Einsetzens von etwas, das man als Bewusstsein bezeichnen könnte, fragt sich Heinz-Rüdiger Wunderfröhlich, der im Internat Zur Aufstrebenden Sonne Des Elfstelligen Raten(rating?)zuwachses (auch kurz ZASDER genannt) gerade über betriebswirtschaftlichen Büchern sitzt (gar fleißig lernt er für die nächste Arbeit, er will es ja mal zu was bringen, Radikalsanierungsmanager oder ähnlich Erotisches, vielleicht auch Puffbetreiber), plötzlich, heftig, wie wenn ein Blitz ihn spalten möchte: Woher komm ich eigentlich? Wer bin ich denn?

Tönt eine Feenstimme (das Wesen dahinter muss ein durchsichtiges Smaragdnichts tragen und korrupte Megabrüste haben), die H.-R. W. eine Gänsehaut und ein Aufstellen jeglicher Körperbehaarung verursacht (die Sache!, die Sache!) aus dem trüben Himmelsgewölk vor seinem Fenster: «Du wurdest gezeugt in Liebe, mein Sohn.» H.-R. ist verwirrt, denn er weiß gar nicht, was Liebe ist, nein, nicht mal das Wort kennt er, googelt sofort nach und verliert sich im Lesen in Wörtern, die bis dato nicht Bestandteil seines Unterrichtes gewesen sind (Wärme [der Heizkörper in meinem Zimmer gluckst seit gestern so komisch], Herz [H.-R. glaubt, nein: ist sich sicher, er hat eins in der Brust], Zuneigung [kann nur seinen Lehrern gelten, die ihm so schön die Formeln für Zinseszinseszinsberechnungen erläutern], Verständnis [für die Gesetze der Kapitalmärkte doch, oder?] etc.). Schreckt ihn, diese merkwürdige Wörterwelt, und er vergräbt sich wieder in seinen Lehrbüchern.

Zwischenzeitlich haben sich die Ghettobewohner (Heinz-Rüdiger hat von ihnen gehört, verzieht angewidert das Gesicht, wenn die Sprache drauf kommt) gegenseitig aufgefressen, weil sie a) keine Kohle mehr hatten, um sich was zu essen zu kaufen (vom Trinken ganz zu schweigen; das sollte man in diesem Bereich lassen, soll rattenpisseverseucht sein [was suchen eigentlich die Ratten hier?, hier ham se doch nix]) und b) es immer noch besser ist, zunächst den Nächsten aufzufressen, sich irgendwann selbst fressen zu lassen, als sich gleich selbst die Kugel zu geben (wahlweise: Strick, Rattengift, Adernschlitzereien). Warum aus Angst vor dem Tode Selbstmord begehen? (phil., rhet.)

So ist das golden illuminierte Strahlen der Finanzpaläste noch lange, lange Zeit gesichert, und sie sind ja auch wirklich schön anzusehen, bei abendlichen Spaziergängen, bei Helikopterflügen; aber auch von innen: überall Seide, Plüsch, goldene Telefone, goldene Klobürsten, goldene Nasen, in den Korridoren Reagenzglasbilder, künstlerisch gestaltet Öl auf Leinwand von zugeneigten Künstlern.

Ja, manchmal, selten, in Kaffeepausen der Betriebsamkeit, kann man Witze, gerissen über die alten Zeiten (weißt du noch, damals, wie sie über Grundeinkommen und so nen Kram diskutiert haben? *brüll* *kreisch* *Schenkelklopfen*) hören, aber das wird immer seltener. Schließlich ist man ja gesund und somit in der Lage, schnell zu vergessen. Was ist das da hinten eigentlich für ein Rauch, am Horizont? Ach, hör mir mit dem Ghetto auf. Warst du schon mal dort? Nein, was sollte ich dort? War nur so ne Frage. Hat sich wahrscheinlich grad der Letzte dort selbst angesteckt. Gezündelt, meinst du? In der Art, ja. Bin morgen übrigens beim Wirtschaftsfinanzinnenaußenminister. Um was geht’s? Ich krieg einen Orden. Wofür? Dafür, dass wir es so gut gelöst haben.

Profil Nachricht senden Zitat
HelmutMaier
Mitglied

339 Forenbeiträge
seit dem 27.10.2008

Das ist HelmutMaier

     
4. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 23.01.2010 um 14:05 Uhr

Diese Nachricht wurde von HelmutMaier um 14:05:51 am 23.01.2010 editiert

Wow, was habe ich da an Fantasien ausgelöst oder wenigstens abgerufen!
Aber dass die Diskussion über (vergangene) Versuche ein Grundeinkommen einzuführen zu Schenkelklopfen führen wird, bezweifle ich. Da bin ich pessimistischer ;-) : Wenn alles so schlimm kommt (einschließlich Ghetto - wohl als [problematische] Metapher), erinnert sich daran sowieso niemand mehr.

Freundliche Grüße
Helmut


Andersweltwanderer
Profil Homepage von HelmutMaier besuchen Nachricht senden Zitat
Kakerlakerich
Mitglied

47 Forenbeiträge
seit dem 21.12.2009

     
5. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 28.01.2010 um 20:33 Uhr

Zitat:

Aber dass die Diskussion über (vergangene) Versuche ein Grundeinkommen einzuführen zu Schenkelklopfen führen wird, bezweifle ich. Da bin ich pessimistischer ;-) : Wenn alles so schlimm kommt (einschließlich Ghetto - wohl als [problematische] Metapher), erinnert sich daran sowieso niemand mehr.
Ja, so kommt´s auch (is ja schon da). Zum Selbstschutz (psy.) wird postuliert: jedes ist doch selbst schuld an seinem Schicksal. Ach, wir sind ja so sozial.

Diese arbeitsfokussierte Denkweise ... Warum arbeiten viele, die nicht wollen, in Broterwerbsberufen (und könnten jeden Tag kotzen), und andere, die wollen, finden nichts? Da geht´s wohl um eine Bewusstheit, die in D (oder überhaupt) evtl. erst in 1000 Jahren breitmassig einkehren könnte. Ich, da bin ich mir sicher, werde diesen Bewusstseinswandel (wenn´s überhaupt dazu kommt), nicht mehr erleben.

Diese ganze Mühedichredlichundduwirstbelohntwerdengeschichte ist leider zu tief in den Hirnen eingebrannt. Aber meine Meinung dazu werde ich dennoch immer wieder sagen. Ist der Mensch nur gut, wenn er eine lückenlose Vita hat und sich jeden Tag die Zunge raushechelt? Wenn der Mensch faul ist und betteln muss - was soll da schlecht dran sein, wenn es authentisch ist?

Schlecht dran ist doch nur eins (in einer Gesellschaft wie der unseren): Neid und Gier. Neid und Gier deshalb, weil die, die können und haben, evtl. abgeben müssten an die, die nicht können und nicht haben. Wenn aber die, die können und haben, nicht abgeben können an die, die nicht können und nicht haben, ja, dann können wir das mit der "Gesellschaft" vergessen. Dann sind wir wieder beim Urvieh, das nur auf seinen Vorteil aus ist, das zu seinem eigenen Vorteil über Leichen geht.

So ist es wohl.

Wir haben doch gar keine "Gesellschaft", wir Ego-Protze. Wir haben eine gemeinsame Sprache (wenn überhaupt), und das ist schon alles. Wir haben vielleicht eine gewählte Regierung, und schauen uns die Nachrichten an, echauffieren uns, nehmen somit teil an dem Brimbamborium derer, die uns doch bitte sagen sollen, wo und wie wir zu gehen haben.

Es gibt keine Hoffnung; es gibt nur den kommoden Platz hinter dem heimischen Ofen, der wärmt (sofern der Boiler funzt), und das ist auch nicht verwerflich, das ist menschlich. Es gibt nicht die Menschlichkeit in per Aufruf angeforderten Spenden für Notdürftige, weil dem Menschen das Bewusstsein dafür fehlt, dass alles Leben seine Berechtigung hat. Wir sind Tiere, wir fressen, wen wir fressen können. Wir sind nicht "Mensch", wir fressen. In den Ofen mit unserer Kultur, solange wir uns gegenseitig auffressen.

Deckel drauf. Is ja nur Forum. Hab nochn paar Kröten übrig (fürn Monat), und streck in Strickstrümpfen, neben meiner Trulla (die hat auch Strickstrümpfe), die Füße an den Ofen. Was haben wir es gut. Voll der Luxus.

Profil Nachricht senden Zitat
HelmutMaier
Mitglied

339 Forenbeiträge
seit dem 27.10.2008

Das ist HelmutMaier

     
6. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 29.01.2010 um 10:57 Uhr

Danke, Kakerlakerich, für diese weiteren Ausführungen. Du scheinst nicht mehr so ganz ausdrücken zu wollen, dass es immer schlimmer wird (was trotzdem passieren kann), aber ich nehme schon an, dass Du mitreden kannst, wenn es darum geht, dass es schon schlimm genug ist - und da stimme ich Dir gewiss zu.
Ein bisschen Hoffnung muss aber schon bleiben. Nicht, dass der Wille zur Veränderung gelähmt, sondern dass er gestärkt wird.

Danke noch einmal und liebe Grüße
Helmut


Andersweltwanderer
Profil Homepage von HelmutMaier besuchen Nachricht senden Zitat
Seite: 1
[ - Beantworten - ] [ - Drucken - ]
Forum > Lyrik > (Ver-?)Kürzung



Sie möchten hier mitdiskutieren? Dann registrieren Sie sich bitte.



Anmelden
Benutzername

Passwort

Eingeloggt bleiben

Neu registrieren?
Passwort vergessen?

Neues aus dem Forum


Gedichte von Georg Trakl

Verweise
> Unser Buchladen
> Lyrikband seelengruende
> Neue Gedichte: fahnenrost
> Kunstportal xarto.com
> Literatur





Das Fliegende Spaghettimonster

netzbibliothek | Anti-Literatur | Datenschutz | Topliste | FAQ | Impressum | Rechtliches | Partnerseiten | Seite empfehlen | Schlesien | RSS

Systementwurf und -programmierung von zerovision.de

© 2001-2021 by Arne-Wigand Baganz

v_v3.31 erstellte diese Seite in 0.059016 sek.