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Literaturforum: Scheinbare Inkonsequenz


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Forum > Medienkritik & Kommunikation > Scheinbare Inkonsequenz
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 Autor
 Thema: Scheinbare Inkonsequenz
ArnoAbendschoen
Mitglied

513 Forenbeiträge
seit dem 02.05.2010

Das ist ArnoAbendschoen

     
Eröffnungsbeitrag Abgeschickt am: 07.05.2020 um 11:57 Uhr

Beim ersten Mal stutzte ich nur. Ich saß Ende April in einem von Berlin nach Frankfurt / Oder fahrenden Regionalexpress. Der Zug war, mitten am Vormittag, kaum frequentiert, um mich herum nur freie Plätze. Dass die Universität dort an der Grenze geschlossen ist, macht sich bemerkbar. Meine Aufmachung entsprach den neuesten Vorgaben: Mund- und Nasenschutz in Dunkelblau, bei einem asiatischen Schneider erworben.

Erkner ist die erste Station nach dem Ostkreuz, auf dem Bahnsteig kaum Zusteigende. Eine kommt durch die nächste Tür herein, steuert die leere Vierergruppe schräg gegenüber an, auch sie mit Halbmaske. Doch kaum sitzt die junge Frau, da nimmt sie sie auch schon ab, um Mitgebrachtes in aller Ruhe zu verzehren. Ich steige in Hangelsberg aus, zwei Stationen weiter. Ihre Mahlzeit dauert noch an. Not kennt kein Gebot? Oder: Ich esse, also bin ich. Was bin ich? Ein mündiger Bürger, ein freier Mensch …

Anfang Mai: derselbe dünn besetzte Zug, wieder Halt in Erkner. Hereinkommt ein Paar in mittlerem Alter, beide maskiert, und lässt sich auf der Vierergruppe vor mir nieder. Die zwei unterhalten sich auf Polnisch. Nach kurzer Zeit wird ihr die Bedeckung lästig, sie streift sie herunter und redet nun freier auf den Partner ein, der seinerseits nichts abnimmt.

Inzwischen weiß ich, dass in diesen Zügen so gut wie nie kontrolliert wird. Die anscheinende Inkonsequenz – einen Zug mit Maske zu betreten, um sich drinnen zügig davon zu befreien – ist gar keine. Sie wollen beim Einsteigen, falls sie vom Personal gesehen werden, korrektes Verhalten vortäuschen. Nachher kann man sich’s dann richten. Wie sie sich nonverbal im öffentlichen Raum geben, es verrät schon etwas vom Geist und Charakter von Fremden.

Ich stand auf, sah der Mitbürgerin in die Augen und placierte mich weiter entfernt neu.

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Kenon
Mitglied

954 Forenbeiträge
seit dem 02.07.2001

Das ist Kenon

     
1. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 08.05.2020 um 00:28 Uhr

Wichtiger noch neben dem Essen: Wie trinkt der Berliner jetzt im ÖPNV sein Bier? Mit einem Strohhalm, wie jemand in der Presse vorschlug, ja wohl kaum.

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