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(Bücher frei Haus)
Das römische Glas
Clemens von Brentano

Stand ich auf einem hohen Berg,
Sah wohl den tiefen, tiefen Rhein,
Sah ich ein Schifflein schweben,
Viel Ritter tranken drein.

Der jüngste, der darunter war,
Hob auf sein römisches Glas,
Thät mir damit zuwinken:
»Feins Lieb, ich bring dir das!«

»Was thust du mir zutrinken,
Was bietst du mir den Wein,
Mein Vater will mich ins Kloster thun,
Soll Gottes Dienerin seyn.«

Des Nachts wohl um die halbe Nacht,
Träumt es dem Ritter so schwer,
Als ob sein herzallerliebster Schatz
Ins Kloster gangen wär.

»Knecht, sattle mir und dir zwei Roß,
Mein Haupt ist mir so schwer,
Ich leerte gar viel mein römisch Glas,
Das Schiff gieng hin und her:

Mir träumt', ich hätt' eine Nonn gesehn,
Ich trank ihr zu mein Glas,
Sie wollt nicht gern ins Kloster gehn,
Ihr Aeuglein waren naß.

Halt an! Halt an am Klosterthor!
Ruf mir mein Lieb heraus!«
Da kam die ältste Nonn hervor,
»Mein Lieb soll kommen heraus.«

»Kein Feinslieb ist hier innen,
Kein Feinslieb kann heraus.«
»Und wenn kein Feinslieb drinnen ist,
So steck ich an das Haus.«

Da kam Feinslieb gegangen,
Schneeweis war sie gekleidt:
»Mein Haar ist abgeschnitten,
Leb wohl in Ewigkeit!«

Er vor dem Kloster niedersaß,
Und sah ins tiefe, tiefe Thal,
Versprang ihm wohl sein römisch Glas,
Versprang ihm wohl sein Herz.


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