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Literaturforum: Meine Lieblingszitate


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Forum > Sonstiges > Meine Lieblingszitate
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 Autor
 Thema: Meine Lieblingszitate
ArnoAbendschoen
Mitglied

606 Forenbeiträge
seit dem 02.05.2010

Das ist ArnoAbendschoen

     
Eröffnungsbeitrag Abgeschickt am: 05.06.2021 um 23:25 Uhr

„Wenn die Augen geschlossen sind, beginnt die wahre Welt.“ (Gore Vidal, The City and the Pillar, dt. Geschlossener Kreis)

„Der Homosexuelle hat nur eine Chance – die Brillanz, und er wird wegen ihrer gehasst; ist er nicht brillant, wird er verachtet.“ (Hubert Fichte, Versuch über die Pubertät)

„Das Fleisch ist schmutzig, aber sehr gütig.“ (Hans Henny Jahnn, Fluss ohne Ufer)

"Er muß nicht etwa sein Leben erzählen, wie er es gelebt hat, sondern es so leben, wie er es erzählen wird." (André Gide über den Schriftsteller, Tagebuch 3.1.1892)

„Für jede Dummheit gibt es hier unsagbar rasch rechtfertigende, gute, kluge Gründe.“ (Robert Walser, Friedrichstraße)

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Kenon
Mitglied

1172 Forenbeiträge
seit dem 02.07.2001

Das ist Kenon

     
1. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 09.06.2021 um 20:41 Uhr

Zitat:

„Der Homosexuelle hat nur eine Chance – die Brillanz, und er wird wegen ihrer gehasst; ist er nicht brillant, wird er verachtet.“

Das kann man sicherlich noch weiter fassen, wobei es dann natürlich den Bereich des Persönlichen verlässt:

Einer Minderheit – und diese muss ja nicht zwangsläufig eine sexuelle, sondern kann ebenso eine ethnische oder religiöse usw. oder sogar kombinierte sein – anzugehören ist ja immer auch eine Chance: Durch die Ablehnung und Ausgrenzung, die man erfährt, durch die Misserfolge, an der Mehrheitsgemeinschaft teilzuhaben, ist man gezwungen, sich seine eigenen Wege zu suchen. Was für die Mehrheit praktisch wie ein Naturgesetz, um das man sich keine Gedanken machen muss, funktioniert, funktioniert nicht für den Angehörigen einer Minderheit. Dieser Umstand, es nicht einfach wie alle machen zu können, kann auch vollkommen positiv mit dem Wort “Freiheit” umschrieben werden: In der “Freiheit von” steckt die Möglichkeit einer “Freiheit für”. Diese zu entdecken und zu nutzen, ist eine Entwicklungsaufgabe, an der man scheitern kann, aber es gibt unzählige historische und zeitgenössische Beispiele, die zeigen, wie Menschen aus einem zuerst als solchen empfundenen Nachteil heraus herausragendes geleistet haben.

Zurück zum Persönlichen:
Lieblingszitate im engeren Sinn habe ich nicht, obwohl ich viele Textstellen sehr gern mag. In meinem Abi-Jahrbuch habe ich damals Kafka zitiert, ohne ihn als Autor zu nennen, um nicht als abgehobener Schnösel zu erscheinen, für den ich sicherlich doch von manchen gehalten worden bin:
Zitat:

“Von einem gewissen Punkt gibt es keine Rückkehr mehr. Dieser Punkt ist zu erreichen.”

Das ist dunkel und trotzdem absichtsvoll und gefällt mir heute, 24 Jahre später, noch immer.

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ArnoAbendschoen
Mitglied

606 Forenbeiträge
seit dem 02.05.2010

Das ist ArnoAbendschoen

     
2. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 09.06.2021 um 21:46 Uhr

Ja, deine erweiternde Analyse ist zutreffend. Man könnte z.B. auch den überproportional großen Beitrag von Menschen jüdischer Herkunft zur europäischen Kultur des frühen 20. Jahrhunderts zum Teil mit dieser von Hubert Fichte dargelegten Mechanik erklären. Fichtes Vater war übrigens Jude und Hubert bis zum Kriegsende gefährdet.

Zu Fichtes Satz passt als Erklärungsmuster gut die Mutationstheorie. Scud hat sie halb-ironisch in seinem Film "Permanent Residence" eingebaut.

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