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Literaturforum: Treue


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 Autor
 Thema: Treue
Jasmin
Mitglied

406 Forenbeiträge
seit dem 21.11.2004

Das ist Jasmin

     
Eröffnungsbeitrag Abgeschickt am: 13.12.2005 um 21:16 Uhr

Mann und Frau sollen einander treu sein(Hebräer 13, 4).

Aber dann kommt es immer anders. Denn die Treue ist ein Ideal, das an der menschlichen Wirklichkeit scheitert.

Man ist sich treu, aber nur unter gewissen Bedingungen. Werden die Schwierigkeiten zu groß, dann kann man sich nicht mehr aufeinander verlassen, sondern verlässt sich.

Der Klügere macht den ersten Schritt.

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bodhi
Mitglied

741 Forenbeiträge
seit dem 08.12.2004

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1. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 14.12.2005 um 05:40 Uhr

Bei Treue muss ich immer an Hunde denken:
"Sitz!"
"Gib Pfötchen!"
"Mach Platz!"

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LX.C
Mitglied

1770 Forenbeiträge
seit dem 07.01.2005

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2. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 14.12.2005 um 08:25 Uhr

[Quote]Aber dann kommt es immer anders. Denn die Treue ist ein Ideal, das an der menschlichen Wirklichkeit scheitert.[/Quote]
Soo? Konnte ich bisher noch nicht feststellen. Bei mir ist noch nie eine Beziehung an Untreue gescheitert. Aus meinen empirischen Erfahrungen halte ich diese These also für invalide. Zumindest wenn das Wörtchen immer stehen bleibt ;-) Andererseits ist der Faktor "Dauer einer Beziehung" vielleicht nicht zu vernachlässigen. Möglich.


.
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Jasmin
Mitglied

406 Forenbeiträge
seit dem 21.11.2004

Das ist Jasmin

     
3. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 14.12.2005 um 09:57 Uhr

Ich hatte eigentlich nicht an Untreue, die sich in einem so genannten Seitensprung manifestiert, gedacht, sondern an Gefühle, die sich ändern. Am Anfang einer Beziehung ist bei einem oder bei beiden Beziehungspartnern so etwas wie Liebe da. Oder eine Art besondere Zuneigung. Man beschließt, zusammen zu sein, sich gegenseitig zu unterstützen, [fast] alles zu teilen, in guten, wie in schlechten Zeiten. Aber irgendwann werden die Zeiten so schlecht, dass es einer von beiden nicht mehr aushält. Und dann geht er, lässt den anderen im Stich. Das meinte ich damit. Das Verlassen.

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LX.C
Mitglied

1770 Forenbeiträge
seit dem 07.01.2005

Das ist LX.C

     
4. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 14.12.2005 um 11:14 Uhr

Das ist für mich keine Untreue, sondern ein Entwicklungsprozess, den meistens beide Seiten zu verantworten haben. Untreue ist aus meiner Sicht aber vorsätzliches, einseitiges, meist heimliches Hintergehen, das zufällig ans Tageslicht gerät. Ein Trennungsprozess kann zudem mit mehr Ehrlichkeit einhergehen, als eine gesamte Beziehung. Respektvoll und fair kann er ebenfalls vonstatten gehen, man kann sich selbst und seinem noch bis ehemaligen Partner der Trennungssituation entsprechend treu bleiben. Ihm auch in dieser extremsten und letzten Beziehungskrise noch angemessen beistehen. Dann ist man auch nicht der Klügere, im Sinne von: trenne ich mich, ist mein Schmerz geringer und der andere der Angepisste; dann ist man auch nicht der Schwächere, im Sinne von: vor der Situation geflohen zu sein; sondern dann ist man der Ehrliche, welcher der Situation realistisch ins Auge geblickt und es sich dabei nicht leicht gemacht hat.


.
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Annemarie
Mitglied

34 Forenbeiträge
seit dem 13.10.2004

Das ist Annemarie

     
5. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 14.12.2005 um 11:48 Uhr

Liebe Jasmin,

ich glaube, der Ängstlichere macht den ersten Schritt. Es ist nämlich ein Unterschied, ob man verlässt oder verlassen wird. Jemanden verlassen hat oft präventiven Charakter, man WIRD dann nicht mehr verlassen.

Gruß

Annemarie

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Jasmin
Mitglied

406 Forenbeiträge
seit dem 21.11.2004

Das ist Jasmin

     
6. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 14.12.2005 um 12:13 Uhr

@LXC: Ich sehe im Begriff der Trennung aber einen Gegensatz zum Begriff der Treue. Mit Treue verbinde ich Beständigkeit, Dauerhaftigkeit, Zuneigung, die nicht wankelmütig ist, sondern unwandelbar. Ein Trennungsprozess impliziert, dass es einen Punkt gibt, an dem die Gefühle erkalten. Aus der Anziehung wird langsam Abstoßung. Und diese Veränderung steht im Gegensatz zur Beständigkeit, welche die Treue ausmacht. Und deshalb sprach ich auch von einem Ideal, weil die Wirklichkeit zeigt, dass die meisten Menschen in ihrer Zuneigung unbeständig sind.


@Annemarie: Vielleicht der Ängstlichere. Oder der weniger Idealistische und damit mehr Realistische. Für mich ist es jedenfalls allein eine Sache der Zuneigung. Wenn man den anderen liebt, kann man ihn nicht verlassen. Man schafft es einfach nicht. Alles andere sind Ausreden.

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LX.C
Mitglied

1770 Forenbeiträge
seit dem 07.01.2005

Das ist LX.C

     
7. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 14.12.2005 um 12:57 Uhr

Der Gegensatz von Trennung ist Zusammensein, nicht Treue.
Zu seinen erkalteten Gefühlen zu stehen anstatt zu lügen ist alles andere als untreu, das ist Ehrlichkeit dem (noch) Partner, vor allem aber dem Menschen gegenüber und somit auch Treue.
Macht es die nach deinen begriffen Treue denn besser, wenn ein Partner den anderen belügt, nur damit dieser sich in Sicherheit wiegen kann? Das wäre die wahre Untreue.
Man hat nach einer Trennung die Möglichkeit eine viel beständige, dauerhaftere und weniger wankelmütigere Zuneigung zu entwickeln, die Freundschaft, in der sich Mann und Frau geistig dauerhaft treu sind.
Das Menschen sich auseinanderleben und sich trennen ist nun mal nicht zu ändern, die Frage ist eben immer in welcher Form das vonstatten geht. Respektvoll oder respektlos.


.
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Kenon
Mitglied

1197 Forenbeiträge
seit dem 02.07.2001

Das ist Kenon

     
8. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 14.12.2005 um 13:21 Uhr

Zitat:

Mann und Frau sollen einander treu sein

Dazu ein paar schnelle und notwendigerweise unvollständige Gedanken:

"Kein Geschlechtsverkehr vor der ehernen Ehe" war eigentlich eine sinnvolle Einrichtung (sie verträgt sich natürlich nicht mit der heutigen Wirtschaftsdiktatur, die sich auf den Superindividualismus und -hedonismus als Triebfedern stützt). Sie hatte - banal formuliert - im Auge: Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. Man nimmt als Mann die Frau, die man hat (v.v.), eine bessere kann es nicht geben, da keine Art von realer Vergleichsmöglichkeit mit anderen Frauen existiert. Wenn man sich aber nicht an das Gebot, keinen Geschlechtsverkehr vor der Ehe zu haben, hält, gerät man unweigerlich in eine Situation des ewigen Vergleichens, die einen nie dahin führen wird, sich eines Tages mit einer Frau zufrieden geben zu können, wenn nicht doch ein Gebot der Vernunft der uferlosen Triebhaftigkeit ein Ende bereitet - vielleicht genau dann, wenn man dessen einsichtig wird, dass die Suche nach einer immer noch besseren Frau ein Trugbild des eigenen Wünschens ist.

Treue kann sich nur auf Vernunft gründen, also auf ein Sich-Bescheiden, das nicht ohne gewollten Zwang auskommt. Wenn man von einer "Treue des Fühlens" spricht, so bedient man einen an sich widersinnigen Begriff. In der Liebe treu sein - das bedeutet, den Kräften des Liebesrausches weiterhin unterliegen, sich in einer Abhängigkeit befinden. Diese Abhängigkeit ist aber niemals Produkt eines Willens, sie ist ungewollter Zwang, frei von Vernunft.

Eine als real gefühlte Ausweglosigkeit aus der Beziehung scheint der essentielle Kitt der meisten Beziehungen zu sein. Ohne sie, das steht zu vermuten, würde es kaum eine länger andauernde Zweisamkeit geben.

Ein Paar: Man ist sich Verhängnis.

--
PS: Treue um T.... (fällt mir nur so ein, Ausschreiben verboten).

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Jasmin
Mitglied

406 Forenbeiträge
seit dem 21.11.2004

Das ist Jasmin

     
9. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 14.12.2005 um 14:30 Uhr

Zitat:

Der Gegensatz von Trennung ist Zusammensein, nicht Treue.

Ja, aber ein beständiges, dauerhaftes Zusammensein erfordert Treue. Wie ist sonst dieses „Bis dass der Tod Euch scheide“ zu verstehen? Ist es Interpretationssache? Bis dass der Tod uns scheide, es sei denn, ich höre vorher auf, Dich zu lieben?
Aber klar, dieser Satz entspringt der christlichen Ideologie, insofern ist es nur logisch, dass er für Nicht-Christen begrenzte Gültigkeit hat, sonst würden ja auch nicht ein Drittel der Ehen geschieden werden.


Zitat:

Zu seinen erkalteten Gefühlen zu stehen anstatt zu lügen ist alles andere als untreu, das ist Ehrlichkeit dem (noch) Partner, vor allem aber dem Menschen gegenüber und somit auch Treue.

Es geht ja auch nicht um das Lügen, sondern um das Bemühen, seine Gefühle nicht absterben zu lassen. Beziehungen kann man pflegen, so wie man Pflanzen pflegt. Aber natürlich erfordert das Zeit und Kraft, letztendlich Beziehungsarbeit, eine Vorstellung, die dem
romantischen Ideal der Liebe wahrscheinlich fremd erscheint.

Zitat:

Macht es die nach deinen begriffen Treue denn besser, wenn ein Partner den anderen belügt, nur damit dieser sich in Sicherheit wiegen kann? Das wäre die wahre Untreue.

Nein, darum geht es nicht. Ehrlichkeit ist die Basis einer guten Beziehung. Es geht mir um den Prozess des Absterbens der Gefühle.


Zitat:

Man hat nach einer Trennung die Möglichkeit eine viel beständige, dauerhaftere und weniger wankelmütigere Zuneigung zu entwickeln, die Freundschaft, in der sich Mann und Frau geistig dauerhaft treu sind.

Und warum geht das vorher nicht? Warum ist eine geistige Freundschaft nicht mit einer „klassischen“ Beziehung vereinbar? Ich habe bisher in fast allen meinen Beziehungen versucht, die Freundschaft an die erste Stelle zu setzen, was vielleicht ein Fehler war, denke ich jetzt, da ich dies schreibe und beantworte mir damit meine Frage selbst, denn körperliche Anziehung gründet sich auf der Spannung, die aus dem Gegensätzlichen entsteht, das sich in der körperlichen Vereinigung auszugleichen sucht. Und wahrscheinlich ist das der entscheidende Punkt, der eine Beziehung zustande kommen und dann wieder zerbrechen lässt. Wenn es aber nur das Körperliche, Sinnliche sein soll, das zwei Menschen zusammen hält – ist das nicht sehr wenig? Oder ist am Ende die Biologie doch diejenige Kraft, die alles bestimmt?

Zitat:

"Kein Geschlechtsverkehr vor der ehernen Ehe" war eigentlich eine sinnvolle Einrichtung (sie verträgt sich natürlich nicht mit der heutigen Wirtschaftsdiktatur, die sich auf den Superindividualismus und -hedonismus als Triebfedern stützt). Sie hatte - banal formuliert - im Auge: Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. Man nimmt als Mann die Frau, die man hat (v.v.), eine bessere kann es nicht geben, da keine Art von realer Vergleichsmöglichkeit mit anderen Frauen existiert.

Das ist eine Möglichkeit. Eine andere ist, dass der Umstand, dass der GV erst nach der Eheschließung erlaubt ist, einen Anreiz bietet, überhaupt zu heiraten.
Der biologische Hang des Mannes zur Promiskuität hat ja auch den Hintergrund, dass der Mann die Möglichkeit hat, viele Nachkommen zu zeugen. Theoretisch kann er Hunderte von Kindern jedes Jahr in die Welt setzen. Die Frau hingegen kann nur eine Geburt pro Jahr haben. Insofern denke ich, dass es einfach in den Genen liegt, dass der Mann das Bedürfnis hat, mehrere Frauen zu beglücken und in manchen Kulturen ist das durchaus legitim. Unsere westliche, christlich geprägte Zivilisation sieht das aber anders, weil sie den primitiven, animalischen Triebstrukturen Einhalt gebieten möchte. Nicht der Trieb soll den Menschen beherrschen, sondern der Mensch den Trieb.


Zitat:

Treue kann sich nur auf Vernunft gründen, also auf ein Sich-Bescheiden, das nicht ohne gewollten Zwang auskommt. Wenn man von einer "Treue des Fühlens" spricht, so bedient man einen an sich widersinnigen Begriff. In der Liebe treu sein - das bedeutet, den Kräften des Liebesrausches weiterhin unterliegen, sich in einer Abhängigkeit befinden. Diese Abhängigkeit ist aber niemals Produkt eines Willens, sie ist ungewollter Zwang, frei von Vernunft.

Das kommt natürlich darauf an, wie man Liebe definiert. Liebesrausch bezeichnet das Anfangsstadium der Verliebtheit. Abhängigkeit an sich ist etwas Ungesundes. Wenn ich von Treue des Fühlens spreche, dann meine ich eine tiefe, beständige Zuneigung, die unabhängig von der körperlichen Anziehung existiert.

Zitat:

Eine als real gefühlte Ausweglosigkeit aus der Beziehung scheint der essentielle Kitt der meisten Beziehungen zu sein. Ohne sie, das steht zu vermuten, würde es kaum eine länger andauernde Zweisamkeit geben.

Aber Zweisamkeit kann sehr schön sein. Viel angenehmer als Einsamkeit.
Es macht einen Unterschied, ob man etwas allein erlebt oder ob man es mit jemandem
teilen kann. Deswegen bringt man Opfer und macht Kompromisse.

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